Stiftung deutscher Kultur im Östlichen Europa - OKR
Kulturportal Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen

Ausgaben: Ausgabe 1331.

Literatur und Kunst

Der Glast des Glases

In Rheinbach wird er zum Strahlen gebracht

Der-Glast-des-GlasesDas 1968 von den „Freunden edlen Glases“ e. V. gegründete Glasmuseum Rheinbach hat sich längst als das Herzstück des Bürger- und Kulturzentrums Himmeroder Hof etabliert. Das Museum gibt seinen Besuchern nicht nur einen guten Überblick über die Kunst der böhmischen Glasherstellung und -veredlung, sondern zeigt auch wertvolle Gläser aus verschiedenen Epochen.

Zu den Schwerpunkten des Hauses gehört auch die Dokumentation der Entwicklung des Rheinbacher Glases, das auf eine lange Tradition zurückblickt. Die  Glasveredlung ist dank der Ansiedlung vertriebener sudetendeutscher Facharbeiter und Fachschullehrer in Rheinbach nach dem Zweiten Weltkrieg heimisch geworden. Neben der Besichtigung der Dauerausstellung und den regelmäßigen Sonderpräsentationen in den Museumsräumen gibt es in Rheinbach immer wieder auch andere Gelegenheiten, Handwerk und Künstler näher kennenzulernen.

Der Glaspavillon „Hans-Schmitz-Haus“ in Rheinbach beherbergt bis zum 30. April eine Ausstellung, in der der Maler Laszlo Otto auf den Design-Bildhauer Jozsef Zalavári trifft. Es handelt sich um Arbeiten der beiden konstruktiv-konkreten Künstler aus Ungarn, die unter dem Motto „Minimal – Konkret – Komplex“ eine Auswahl ihrer jüngsten Werke zeigen.

Laszlo Otto über seine Arbeit: „Mich interessieren symmetrische Raster. Diese Ordnungsprinzipien, die eine mathematische Grundlage haben, helfen über die geometrische Malerei Universalität zu erreichen. “ Der 1966 im ungarischen Fünfkirchen/ Pécs geborene Otto hat zahlreiche Studienreisen unternommen, u. a. durch Deutschland, die Schweiz und Japan. Der Maler, der seit 2007 Verbindungen zur internationalen konkret-konstruktiven Kunst pflegt, lebt und arbeitet in Budapest.

Auch der 1955 in Fünfkirchen geborene Jozsef Zalavári lebt und arbeitet in Budapest. Studiert hat der Designer und Bildhauer an der Moholy-Nagy-Universität für Kunsthandwerk und Gestaltung in Budapest. Jozsef Zalavári beschreibt sein Anliegen wie folgt: „Ich fokussiere meine Arbeit, indem ich Hochtechnologie verwende, auf die Gestaltung von konkreten und einfachen Formen und suche nach jenem Punkt, an dem Material und Form einig werden.“

Die beiden ungarischen Künstler stellen in diesem Jahr auch in der Galerie Linde Hollinger, in der Art Karlsruhe und in der Kunsthalle Messmer aus.

In Vorbereitung auf die Sonderausstellung, die ab Anfang Juni im Glasmuseum das Leben und Werk des verstorbenen Künst lerehepaares Linda und Franz Wendler würdigen wird, bittet die Museumsleiterin Dr. Ruth Fabritius die Wendler-Sammler um Hilfe. Die 1938 geborene Glasmalerin und Fachschullehrerin Linda Wendler, die im letzten Jahr verstorben ist, hätte in diesem Jahr ihren 75. Geburtstag gefeiert. Ihr 1913 geborener Mann, der Graveur Franz Wendler, der 2007 verstorben ist, wäre in diesem Jahr 100 geworden. Dieses doppelte Jubiläum soll im Rahmen einer Retrospektivschau gebührend berücksichtigt werden. Für die Ausstellung werden noch Leihgaben aus Privatbesitz gesucht, die museumseigene Bestände ergänzen sollen. Die aus Nordböhmen stammenden Wendlers haben sich nicht nur in der Rheinbacher Glaskunstszene einen Namen gemacht, sondern waren auch als aktive Mitglieder des Vereins „Freunde und Förderer von Steinschönau/Kamenický  Šenov“ um die deutsch-tschechische Freundschaft und Aussöhnung bemüht.

(KK)

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