Stiftung deutscher Kultur im Östlichen Europa - OKR
Kulturportal Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen

Ausgaben: Ausgabe 1276.

Der letzte deutsche Weihbischof von Prag

Ackermann-Gemeinde gedenkt Johannes Nepomuk Remigers

Mit einem feierlichen Gedenkgottesdienst im Münchner Liebfrauendom erinnerte am Vorabend des Festtages Christi Himmelfahrt der Diözesanverband München–Freising der Ackermann-Gemeinde an den vor 50 Jahren verstorbenen letzten deutschen Weihbischof des Erzbistums Prag, Johannes Nepomuk Remiger.

Als Hauptzelebrant stand Bischof Ladislav Hucko aus Prag, Sekretär der tschechischen Bischofskonferenz und Apostolischer Exarch der griechisch-katholischen Kirche in Tschechien, der Eucharistiefeier vor.

Johannes Nepomuk Remiger wurde am 4. Mai 1879 im westböhmischen Weshorsch geboren. Im Jahr 1902 wurde er zum Priester der Diözese Prag geweiht. Der promovierte Theologe wurde im Dezember 1929 zum Weihbischof in Prag ernannt und im Februar 1930 zum Titularbischof von Dadima geweiht. Schließlich war er Erzbischof-Koadjutor von Karel Kardinal Kaspar.

Remiger wurde – wie Tausende Deutsche – 1946 aus der Tschechoslowakei vertrieben. Er fand Aufnahme in Buchendorf bei  Gauting, wo er als Seelsorger für die Heimatvertriebenen wirkte. Als sich im Jahr 1948 allmählich die Kirchliche Hilfsstelle Süd formierte und in diesem Kontext die Gründung einer christlich orientierten Flüchtlingszeitung geplant wurde, oblag es Remiger, das Bittschreiben hierzu dem bayerischen Justizstaatsminister Josef Müller zu überbringen. Neben seinen Aufgaben als Seelsorger für Heimatvertriebene war er von 1950 bis zu seinem Tode auch Geistlicher Protektor des Sozialwerkes der Ackermann-Gemeinde. Am 21. Mai 1959 verstarb er in Gauting. Er ist im Münchner Liebfrauendom beigesetzt.

Nach dem Gottesdienst gedachten Bischof Hucko und die mit ihm zelebrierenden Priester mit Gebeten und dem Segen in der Krypta des Domes des vor fünf Jahrzehnten verstorbenen Weihbischofs. Dem Gedenken schlossen sich zahlreiche Mitglieder der Ackermann-Gemeinde, von sudetendeutschen Organisationen sowie weitere Gläubige an.

Markus Bauer (KK)

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