Stiftung deutscher Kultur im Östlichen Europa - OKR
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Ausgaben: Ausgabe 1221.

Der Wille zur Klarheit und zur Kunst

Wolfgang Halfar und seine Kunst zwischen Island und Altvater, den Lofoten und Apulien im Oberschlesischen Landesmuseum Ratingen

Der Maler und Grafiker Wolfgang Halfar, geboren 1925 in Gleiwitz, Oberschlesien, und aufgewachsen in Hindenburg, betätigt sich seit über 50 Jahren künstlerisch und kann mittlerweile auf 36 Einzelausstellungen sowie auf 33 Ausstellungsbeteiligungen zurückblicken. Das Oberschlesische Landesmuseum Ratingen zeigt bis zum 9. Juli Werke aus sieben Jahrzehnten.

Nach dem Verlust seiner oberschlesischen Heimat studierte er Geographie, Geschichte, Kunstgeschichte und Philosophie und lehrte an Höheren Schulen in Bayern, Franken und in Wolfhagen/Nordhessen. Er konzipierte und baute das Regionalmuseum Wolfhagen auf, dessen ehrenamtliche Leitung er übernahm. Seit 1984 lehrt er als Dozent für Kunst- und Baugeschichte in der Restauratorenausbildung an der Bundesfachschule des Deutschen Zimmerhandwerks in Kassel.

Seine künstlerische Ausbildung erhielt Wolfgang Halfar bei Josef Szczesz und Hildegard Halfar-Dammer, beide Kunsterzieher und praktizierende Maler, Mitglieder im Künstlerbund Oberschlesien. Seine hauptsächlich in Mischtechnik gemalten Arbeiten zeigen mit großer Eindringlichkeit starke Strukturen, kräftige Striche, deutliche Farben, eine klare Darstellung der Dinge in ihrer natürlichen Ordnung, keine optischen Unwägbarkeiten, keine vagen Unentschiedenheiten in ihrer Gestaltung.

Wir stehen hier vor dem besonderen Fall, daß die bildende Kunst mit der Fähigkeit zur naturwissenschaftlichen Dokumentation und Analyse verschränkt ist. Seine Landschaftsdarstellungen haben daher nicht nur einen ästhetischen Reiz, sie zeigen auch immer deutlich die reale Kraft und die Bewegung der Natur.

Auf den zahlreichen Reisen Wolfgang Halfars stand die Begegnung mit historischer Stein- und Holzbaukunst im Vordergrund. Daher fand der Künstler zunehmend zu einer bildnerischen Verbindung von natürlichen und erfundenen Strukturen auf unterschiedlichen Ausdrucksfeldern. Unter Einbringung auch mythologischer und historischer Abläufe geht es ihm in seinen Arbeiten darum, den ästhetischen Reiz alter Stadtkunst und marginaler Landschaften einzufangen und dem ewigen Wandel im Prozeß des Werdens und Vergehens nachzuspüren. Unausweichlich bezieht er auch seine schlesische Herkunft ein.

Der Künstler ist Autor mehrerer kultur- und kunsthistorischer Bücher. Er wurde mit dem AWMM Preis Brügge, dem Ehrenbrief des Landes Hessen, dem Kulturpreis der Stadt Wolfhagen und dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet.

(KK)

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