Stiftung deutscher Kultur im Östlichen Europa - OKR
Kulturportal Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen

Ausgaben: Ausgabe 1216.

Deutsch-polnisch – und harmonisch dazu

Internationale Tagung des Arbeitskreises Schlesische Musik

Wenn sich musikliebende Menschen im 50. Jahr des Bestehens ihres Arbeitskreises treffen, ist das ein Grund zu einer besonders festlichen Tagung, wie sie im Sommer letzten Jahres wieder in Haus Altenberg im Bergischen Land stattfand.

Hervorgegangen aus der schlesischen katholischen Jugendbewegung, hat sich der Kreis bald für die Ökumene, später für den deutsch-polnischen Jugendaustausch geöffnet. Von insgesamt 150 Teilnehmern waren mehr als 60 Musiker aus der Region Oppeln (Opole), darunter Studierende der staatlichen Musikschule und der Musikschule Kreuzberg (Kluczbork). Zahlreiche ältere und jüngere Sängerinnen und Sänger hatte Sybilla Czech geworben, die in dieser Woche auch die Flötenkreise leitete. Gefördert wurde die Musiktagung von der GEMA-Stiftung und dem Deutsch-Polnischen Jugendwerk. Es wurden auch erhebliche Eigenleistungen von der Oberschlesischen Kulturgesellschaft „Metanoya“ erbracht.

Nach der Anreise am Nachmittag begannen die Proben für Orchester, Bläser, junges Orchester, Blockflöten, Kunstlied, Jazz-Gesang und das Kinder-Programm. Der große, gemischte Chor fand sich wieder unter der Leitung von Thomas Kladeck, Kirchenmusiker in Odenthal, zusammen.

Am Abend begrüßte Professor Edith Urbanczyk aus Berlin, die langjährige Vorsitzende des Arbeitskreises Schlesische Musik, die Teilnehmer und Referenten. Eine Dia-Vorführung „Bewegte Zeiten“ gab den Rückblick auf die 50jährige Tätigkeit des Arbeitskreises. Jeder Tag begann mit einer Messe, die Pater Dr. Richard Kliem aus Mainz las. Danach das beliebte Morgensingen für alle, erstmalig betreut von Klaus Bach und Zbigniew Imiolczyk, der auch am Klavier einen Teil des Kunstliedes begleitete.

Das „Große Orchester“ studierte seine Werke unter Hildegard Ruf ein, die schon in früheren Jahren diese Aufgabe übernommen hatte. Das „Junge Orchester“ übte mit Eifer unter Gotfryd Wlodarz, die Gruppe der Bläser bei Hubert Prochota. Er brachte auch die Noten des „Laudate pueri“ von Eryk Brikner (ca. 1750) mit, das der Chor im Altenberger Dom aufführte.

An den Nachmittagen gab es verschiedene Tagungsangebote: Volks- und Gesellschaftstanz bei Dora und Rudolf Gallus, moderner Tanz mit Ursula Kaufhold-Orlikowski, Jazz-Gesang, begleitet vom Jazzpianisten Laurenz Gemmer, übernahm Birgit Wunsch, Andreas Holzmann, auch vertraut mit der leichten Muse, stellte wieder sein Salonorchester zusammen. Zum „Singen in der Freizeit“ hatte sich unter Gisela Duddeck ein Kreis zusammengefunden. Ein Nachmittag war der Reflexion gewidmet: Heribert Gröger hielt in Vertretung des erkrankten Prälaten König seinen Vortrag „Von der Vertriebenenseelsorge zur deutsch-polnischen Verständigung“ zu Gedanken, die auch den ASM leiten.

Der Abend war dem ersten Konzert im Kapitelsaal gewidmet: „Die Welt hat manche Straße“. Professor Edith Urbanczyk hatte in der Arbeitsgemeinschaft „Kunstlied“ mit zehn Sängerinnen und Sängern Werke schlesischer Komponisten einstudiert, darunter Arbeiten von Günter Bialas, Friedrich Metzler, Rudolf Halaczinsky, Gerd Münzberg und Dietrich Erdmann. Die Klavierbegleitung übernahm die Pianistin Insa Bernds.

Den Höhepunkt der Tagung bildete die „Festakademie 50 Jahre Arbeitskreis Schlesische Musik“ mit anschließendem Empfang, zu der Vertreter der Gemeinde, des Kreises, der Medien und Ehemalige eingeladen waren. Den ersten Festvortrag hielt eine Tochter von Die ökumenische Vesper im Altenberger Dom wurde mit Chor- und Orchesterwerken begleitet. Große Freude bereitete die Anwesenheit von Professor Heino Schubert, ehemals Domorganist am Essener Dom, der sein Werk „Dein Reich komme – Vater unser – Bitten“ an der Orgel begleitete.

Ein besonderer Abschluß war der „Bunte Abend“ mit vielerlei musikalischen Darbietungen und einem Kinderzirkus, eingeübt unter der Leitung von Mechthild Böhner-Schinke. Am letzten Vormittag noch ein Abschlußmusizieren der Ensembles. Dann ging man auseinander mit der Hoffnung, daß man sich im Juni 2006 wiedersieht.

Adelheid von Rohr (KK)

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