Stiftung deutscher Kultur im Östlichen Europa - OKR
Kulturportal Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen

Ausgaben: Ausgabe 1327.

Die Kultur preist ihre Jugend

Förderpreise der Sudetendeutschen Landsmannschaft

Im Sudetendeutschen Haus in München sind die diesjährigen kulturellen Förderpreise der Sudetendeutschen Landsmannschaft verliehen worden. Der SL-Bundesvorsitzende Franz Pany überreichte gemeinsam mit dem SL-Bundeskulturreferenten Wolf-Dieter Hamperl die Auszeichnungen an die Nachwuchstalente aus Kunst, Musik, Literatur, Wissenschaft und Volkstumspflege. Die Sudetendeutschen Förderpreise werden seit 1979 jährlich an Empfänger verliehen, die nicht älter als 35 Jahre sind und entweder aus der sudetendeutschen Volksgruppe stammen oder einen bedeutenden Beitrag für diese geleistet haben. Dafür werden sie mit dem mit 1000 Euro dotierten Preis unterstützt und angespornt.

Den Förderpreis für bildende Kunst und Architektur erhielt Annabel Stadler, die 1988 im nordrhein-westfälischen Lüdenscheid geboren wurde und aus einer böhmischen Glasbläserfamilie stammt. Den musikalischen Rahmen der Preisverleihung lieferte der Preisträger für Musik. Der Musiker und Komponist Tobias Peschanel, 1983 in Augsburg als Kind von Sudetendeutschen aus dem Kreis Friedland geboren, sang einige der „Lieder eines fahrenden Gesellen“ von Gustav Mahler. Der gläserne Klang der Mahler- Lieder paßte gut zu den drei Schaustükken auf dem Podium: der Glas-Leuchtturm und die beiden filigranen Kunstwerke stammten von der Glaskünstlerin Annabell Stadler.

Der Wissenschaftspreisträger Jan Heinzl, der 1979 in Friedland (Frydlant v Cechách) in Böhmen geboren wurde, wuchs in einer deutsch-tschechischen Familie auf und lebt heute noch in Haindorf (Hejnice). Er promovierte an der Prager Karlsuniversität mit einer Arbeit über die Verfolgung der katholischen Kirche in Mitteleuropa in der Zeit von 1948 bis 1956. In seiner Doktorarbeit analysierte er die Taktik kommunistischer Kirchenpolitik nach der Machtübernahme der Kommunisten 1948, und zwar nicht nur in der damaligen Tschechoslowakei, sondern auch in anderen sozialistischen Staaten Mitteleuropas.

Der Publizistikpreisträger, der 1977 im hessischen Friedbach geborene Kunsthistoriker Mario Feuerbach, befaßte sich in seiner Doktorarbeit mit der Geschichte des nordböhmischen Zisterzienserklosters Ossegg (Osek). Der Autor war in den Jahren 2005 bis 2008 Graduiertenstipendiat der Konrad- Adenauer-Stiftung in Prag und Heidelberg. Erst vor kurzem erschien sein Buch „Das Kloster Ossegg – Klaster Osek – Ein Ort der tschechisch-deutschen Begegnung“, das über die Geschichte des Klosters von seiner Gründung im Jahre 1196 über die deutsche Ostkolonisation des Erzgebirges und die Zeiten der Zerstörungen der Ordenseinrichtungen informiert.

Den Volkstumspreis erhielt die Egerländer Blasmusik Bad Kissingen: Die Amateurmusikergruppe wurde vor 27 Jahren gegründet und gibt seither viele Konzerte bundesweit und im Ausland. Das Ensemble trägt die Kulturtradition der Egerländer in Tracht und Musik weiter.

Susanne Habel (KK)

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