Stiftung deutscher Kultur im Östlichen Europa - OKR
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Ausgaben: Ausgabe 1292.

Die Kurische Nehrung als Vermächtnis

Gemälde von Karl Leo Herbert Guttmann in Düsseldorf

Der Landschaftsmaler Professor Karl Storch war eine der Künstlerpersönlichkeiten, die schon früh das Talent des 1907 in Memel/ Ostpreußen geborenen Karl Leo Herbert Guttmann erkannt und gefördert haben. Und weil die Kurische Nehrung ein beliebter Aufenthaltsort bedeutender Maler der Zeit war, ergab sich schon für den 13jährigen des öfteren die Gelegenheit, mit den Künstlern auf das Haff hinauszurudern. Bedeutsam waren dabei seine Beziehungen zu Ernst Schaumann, Professor Kollmeyer und Johannes Schulz. Bei letzterem erlernte Guttmann drei Jahre lang die Aquarell- und Zeichentechnik.Es ist auch bekannt, daß Guttmann gerne in seinem „fahrbaren Atelier“ arbeitete und daß in dieser Periode das bekannte Bild „Alte Fischerfrau“ entstand. Die Arbeit gilt als ausschlaggebend für seine Aufnahme in die Königsberger Kunstakademie. Dort studierte Guttmann von 1935 bis 1941 bei den renommierten Professoren Eduard Bischoff, Franz Martens und Alfred Partikel.

Die Kriegsjahre brachten auch in Guttmanns Leben und künstlerischem Schaffen eine Zäsur. Er geriet in russische Kriegsgefangenschaft und fand später in Düsseldorf eine neue Heimat. Bis 1973 war er als Technischer Zeichner und Grafiker im Nordrhein-Westfälischen Wirtschaftsministerium tätig. 1978 starb Guttmann in Düsseldorf. Sein Nachlaß befindet sich heute in Privatbesitz.

Bis 1941 beteiligte sich der Künstler an verschiedenen Ausstellungen in Königsberg und Berlin. Vor dem Zweiten Weltkrieg kaufte die Stadt Königsberg seine Bilder und Aquarelle, in den 1980er Jahren erwarb die Stadt Düsseldorf einige Arbeiten.

Das künstlerische Werk des Malers und Grafikers Guttmann ist durch seine zahlreichen Reisen durch Deutschland, nach Italien, Jugoslawien, Holland und Frankreich weitgehend geprägt worden. Doch die Kurische Nehrung und ihre Menschen waren und blieben für den Künstler etwas Besonderes. In vielen Bildern kehrte er immer wieder zu Erinnerungen an seine ostpreußische Heimat zurück. Ob Gemälde oder Aquarell, ob Bildnis, ausdrucksvolles Figurenbild oder Landschaft – sie alle zeichnen sich durch großzügige, klare Formen sowie eine gedämpfte und ausgewogene Farbigkeit aus.

Die „Ostpreußischen Impressionen“, eine Ausstellung des Ostpreußischen Landesmuseums Lüneburg, sind bis zum 20. Mai im Düsseldorfer Gerhart-Hauptmann-Haus zu sehen. Das Ziel der Retrospektive ist, mit repräsentativen Bildern und Grafiken an den bedeutenden, aber im Laufe der Jahre vergessenen ostpreußischen Künstler zu erinnern.

Dieter Göllner (KK)

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