Stiftung deutscher Kultur im Östlichen Europa - OKR
Kulturportal Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen

Ausgaben: Ausgabe 1291.

Die Schwäbische Türkei und die Spannweite Europas

2010 stellen Deutschland, Ungarn und die Türkei die Kulturhauptstädte Europas: Essen, Pécs/Fünfkirchen und Istanbul. Die Tatsache, daß alle drei europäischen Kulturhauptstädte über einen deutschen Namen verfügen (Konstantinopel allerdings dem Griechischen entlehnt), zeigt die Verbindung der jeweiligen Regionen mit deutscher Kultur und Geschichte. Dies mag bei Essen eine Selbstverständlichkeit darstellen, bei Pécs/Fünfkirchen, dem Zentrum der sogenannten Schwäbischen Türkei in Ungarn, ist es jedoch für viele  Europäer eher eine Überraschung.Von der ungarischen Kulturhauptstadt läßt sich so auch eine Beziehung zu Istanbul herstellen. Die Stadt Pécs, deren Name sich von fünf Kirchen (siehe deutsche Bezeichnung) herleitet, soll ursprünglich auf das türkische Wort „bes“ (fünf) zurückgehen. Immerhin stand Pécs/Fünfkirchen von 1543 bis 1686 unter osmanischer („türkischer“) Herrschaft.

Unter dem Thema „Europas Kulturhauptstadt Pécs/Fünfkirchen und das ‚andere‘ Ungarn des Reiches der Stephanskrone“ wird die HDO-Studienreise 2010 daher den Kulturraum Pannoniens umfassender erschließen, als dies eine normale Reise nach Ungarn bieten kann. Die Reisegruppe wird sich auf Spurensuche ins Reich der Stephanskrone begeben, man will also versuchen, jenes historische Ungarn kennenzulernen, das über Jahrhunderte hinweg enge kulturelle Verflechtungen mit dem deutschen Kulturraum aufwies. Die engen Verbindungen der Menschen verschiedenster Völker (Magyaren, Kroaten, Deutsche, Serben, Rumänen, Ruthenen/Ukrainer, Slowaken etc.) in diesem Teil der Donaumonarchie werden ebenso zu studieren sein wie die Toleranz oder Intoleranz zwischen den Religionen und Konfessionen (Katholiken, Lutheraner, Reformierte, Orthodoxe, Juden und Muslime).

Der Weg durch das „andere Ungarn“ ins Burgenland (Österreich/Ungarn), nach Slawonien (Kroatien), in die Schwäbische Türkei mit den Komitaten Tolnau (Tolna), Branau (Baranya) und Schomodei (Somogy), zu den kriegszerstörten Städten Osijek und Vukovar (Kroatien), ins Banat mit der Hauptstadt Temeswar (Timisoara/Rumänien), durch die große Puszta ins Land der Kumanen und Hajduken, in die Tokajerregion (Ungarn) und zu den Sathmarer Schwaben (Satu Mare) in Rumänien ist gepflastert mit kulturhistorischen, gesellschaftspolitischen Informationen und Begegnungen mit den Menschen der besuchten Regionen, darunter den dort verbliebenen Deutschen.

Termin 23. August 2010 bis 3. September 2010, Anmeldung und weitere Informationen über Reiseroute und -preis beim Haus des Deutschen Ostens, Am Lilienberg 5, 81669 München, Telefon 089/449993-0 oder poststelle@hdo.bayern.de.

(KK)

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