Stiftung deutscher Kultur im Östlichen Europa - OKR
Kulturportal Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen

Ausgaben: Ausgabe 1276.

Die Sprache der „ersten“

Nach langjähriger Vorbereitung ist unter der Projektleitung des Deutschen Polen-Instituts in Darmstadt das erste Lehrwerk für Polnisch als dritte Fremdsprache in Deutschland erschienen. Es wurde unter der Herausgeberschaft von Professor Erika Worbs, Universität Mainz, von Dr. Ewa Bagajewska-Miglus und Renata Szpigiel verfaßt und entstand unter der Leitung von Dr. Matthias Kneip vom Deutschen Polen-Institut.

Das Lehrwerk, das im Universum Verlag Wiesbaden ediert wurde, richtet sich an Schüler der Jahrgangsstufen 8–12 bzw. 9–13 und umfaßt neben zwei Unterrichtsbänden einen Grammatikband und eine Audio-CD, dazugehörige Arbeitshefte sind in Planung. Die einzelnen Lektionen sind inhaltlich an den Einheitlichen Prüfungsanforderungen (EPA) für Polnisch als Fremdsprache ausgerichtet.

Realisiert werden konnte das Projekt aufgrund der Förderung durch die Bundesregierung. Sie hatte sich im deutsch-polnischen Nachbarschaftsvertrag aus dem Jahre 1991 nachdrücklich dafür eingesetzt, die Möglichkeiten auszubauen, in Schulen die Sprache des Nachbarlandes zu erlernen. Ein weiterer Teil der Fördergelder stammt aus Mitteln der Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit und der Robert Bosch Stiftung.

Während beispielsweise für Spanisch, Französisch, Russisch oder auch Italienisch seit Jahren Lehrwerke für Schüler vorhanden sind, bestand bezüglich Polnisch noch ein Defizit. Auch wenn die Anzahl derjenigen, die in Deutschland Polnisch lernen, noch verhältnismäßig gering ist, bleibt unstrittig, daß die Beherrschung dieser Sprache in naher Zukunft ein immer wichtigeres Qualifikationsmerkmal für Berufsanfänger sein kann. Die wirtschaftlichen Kontakte mit Polen nehmen zu, und immer mehr Firmen suchen Mitarbeiter mit entsprechenden Sprachkenntnissen. Wenn sich demnächst der Arbeitsmarkt in Deutschland für polnische Arbeitnehmer öffnet, werden sich deutsche Schulabgänger mit den meist ausgezeichnet Deutsch und Englisch sprechenden polnischen Schülern messen lassen müssen. Das nun erschienene Lehrwerk soll einen Beitrag dazu leisten, die Ausbildungssituation im Hinblick auf die Polnischkenntnisse deutscher Schüler zu verbessern.

(KK)

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