Stiftung deutscher Kultur im Östlichen Europa - OKR
Kulturportal Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen

Ausgaben: Ausgabe 1216.

Drum fördre, wem Kultur gegeben

Und das nötige Geld dazu: Kulturelle Förderpreise der Sudetendeutschen Landsmannschaft verliehen

Wie in jedem Jahr fördert Bayerns „fünfter Stamm“ seine kulturellen Stammhalter.

Den Preis für darstellende und ausübende Kunst erhält André Hartmann. Nach dem Abitur am Starnberger Gymnasium im Jahre 1995 studierte er an der Hochschule für Musik und Theater in München und wurde besonders in den Klavierklassen von Ansgar Janke und Michael Schäfer gefördert. Im Jahr 2003 legte er die Lehramtsprüfung für Bayerische Gymnasien ab und arbeitet gegenwärtig als Pianist und Musiklehrer in Planegg. Seine musikalische Vielseitigkeit wird dabei von schauspielerischem und sprachlichem Talent ergänzt. Seine konkurrenzlose Schröder-Persiflage am Nockerberg machte ihn über das Fernsehen zum gesuchten Alleinunterhalter in vielen Städten Deutschlands. Dazu kommt seine ausgeprägte soziale Einstellung, die ihn immer wieder durch Benefizkonzerte für Bedürftige tätig werden läßt.

Florian Enders erhält den Förderpreis für Musik. Als Sounddesigner und Komponist hat er die Begleitmusik für zahlreiche Filme geschrieben. Dazu gehören die Titelmusiken für Magazine und Sendungen aus den unterschiedlichsten Bereichen wie z. B. Europa-Magazin (ARD), Planet Wissen (SWR/WDR), Sonnenfinsternis 1999 (ARD, ORF, SFDRS), Olympische Spiele Athen 2005 (Dokumentation/Comic), diverse Natur- und Tierfilme wie z. B. Naturwunder Seychellen (Arte), Filme aus dem Bereich Wissenschaft und Schulfernsehen, aber auch nationale sowie internationale Dokumentationsreihen wie Deutsche Lebensläufe (SWR), Orte des Erinnerns / Memorial Sites (EBU) und vieles andere mehr. Es dürfte kaum einen Fernsehnutzer geben, der nicht schon einmal oder öfter Musik von Florian Enders gehört hat.

Patricia Melzl erhält den Preis für Bildende Kunst und Architektur. Ihr Studium an der Akademie der Bildenden Künste in München im Jahre 2004 hat sie mit dem ersten Staatsexamen abgeschlossen. Sie unterhält gegenwärtig mit ihrem Mann eine kleine Werkstatt für Druckgrafik und macht sich dort die bildkonstituierenden prägnanten Eigenschaften der Radierungskunst zunutze, um eine eigene Bildersprache zu entwickeln.

Anna-Katharina Geidel erhält den Preis für Literatur und Publizistik. Sie bereitet sich in Wien auf die Matura vor, um dann am Konservatorium weiter studieren zu können. Ihr publizistischer Fachbereich sind Heiligenlegenden im „Mandauschiffl“, dem Organ der Niederländer. In ihrem Lebenslauf schrieb sie: „Auch wenn hier, auf der Welt, Vertreibungen so unglaublich häufig sind, will ich den Menschen zeigen, daß uns unsere sichere Heimat, der Himmel, nicht genommen werden kann… Um den Lesern Mut zu machen und sie daran zu erinnern, schreibe ich meine Artikel.“

Magdaléna Bittnerová erhält den Preis für Wissenschaft. Als Schülerin am Gymnasium in Reichenberg hat sie im Jahre 1999 eine Seminararbeit vorgelegt mit dem Titel „Die Aussiedlung der Deutschen aus Reichenberg und dessen Umland und die Situation der Deutschen in diesem Gebiet im Schatten des Abschubs.“ Diese Arbeit ist in sechs Kapitel gegliedert, hat insgesamt 666 Quellennachweise und enthält 23 Dokumente als Beilage. Magdaléna Bittnerová, die aus einem tschechischen Elternhaus kommt, hat ihre Forschungsergebnisse vor allem mit Zeitzeugen-Aussagen untermauert. Gegenwärtig studiert sie an der Akademie für musische Kunst in Prag das Fach Drehbuch.

Mit dem Volkstumspreis wird die Kulturwissenschaftlerin Susi-Katharina Reimann ausgezeichnet, die mit ihrer Magisterarbeit „Verlust der Heimat – Das Leben der Nachgeborenen“ an der Universität Passau einen wertvollen Beitrag zur Frage geleistet hat, wie die zweite Generation aus Vertriebenenfamilien die traumatisierenden Erlebnisse der Eltern kulturell verarbeitet. Die Untersuchung von Susi-Katharina Reimann wird in diesem Jahr in der zweisprachigen Reihe „edition spuren“ von der Sudetendeutschen Heimatpflege herausgegeben.

Der Sonderpreis wird an Ronny Ackermann vergeben, der bei der Weltmeisterschaft
in der Nordischen Kombination 2005 in Oberstdorf mit zwei Gold- und einer Silbermedaille der erfolgreichste deutsche Starter war. Schon 2002 hat er bei den Olympischen Spielen in Salt Lake City zweimal eine Silbermedaille und 2003 bei der Weltmeisterschaft in Val die Fiemme eine Gold- und zwei Silbermedaillen gewonnen.

(KK)

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