Stiftung deutscher Kultur im Östlichen Europa - OKR
Kulturportal Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen

Ausgaben: Ausgabe 1326.

Ein Berg Geschichte: Königsberg

In Duisburg kann man ihn ersteige

Das Museum Stadt Königsberg im Kultur und Stadthistorischen Museum Duisburg feiert im Dezember sein 20jähriges Bestehen. Die Einrichtung geht auf die Übernahme der Patenschaft für das frühere ostpreußische Königsberg durch die Stadt Duisburg im Jahre 1952 zurück. Als sie am 5. Dezember 1992 eröffnet wurde, löste sie das alte, 1968 eingerichtete Museum Haus Königsberg ab. Die Betreuung nimmt die Stadtgemeinschaft Königsberg mit der Stiftung Königsberg in Zusammenarbeit mit der Stadt Duisburg wahr.

Heute erinnert die Dauerausstellung sowohl an besondere Ereignisse der über 700jährigen deutschen Geschichte der Stadt als auch an Aspekte der Kultur, des Handels und der Wirtschaft. Darüber hinaus verfügt das Museum über eine Bibliothek mit rund 4500 Büchern und eine Adreßdatei mit 300000 Namen früherer Königsberger Bürger und ihrer Nachkommen.

Der Streifzug in die Vergangenheit beginnt mit der Vorgeschichte, als Jäger und Sammler das Samland und die Region um das spätere Königsberg bewohnten, und wird mit der Gründung Königsbergs durch den Deutschen Ritterorden im Jahre 1255 fortgesetzt. In der Zeit von 1457 bis 1945 war Königsberg Hauptstadt und kulturelles sowie wirtschaftliches Zentrum des östlichen Preußens und die östlichste und nördlichste Großstadt des Deutschen Reiches.

Die Albertina, die 1544 von Herzog Albrecht in Königsberg gegründete Universität, wird in der Dauerausstellung des Museums Stadt Königsberg ebenso gewürdigt wie das Wirken zahlreicher Persönlichkeiten der deutschen Geistesgeschichte und Kultur. Vorgestellt werden bekannte Schriftsteller und Philosophen des 18.  Jahrhunderts, darunter Johann Christoph Gottsched, Johann Georg Hamann, Johann Gottfried Herder und Immanuel Kant. Im Bereich der Musik geht die  Ausstellung näher auf E.T.A. Hoffmann, Johann Friedrich Reichardt, Otto Nicolai und Werner Richard Heymann ein, wobei das Königsberger Musikleben nach dem Ersten Weltkrieg sowie Schauspiel und Oper gesonderte Schwerpunkte darstellen. Für die bildende Kunst wiederum stehen Lovis Corinth, Ludwig Dettmann, Käthe Kollwitz, Heinrich Wolff, Eduard Bischoff und Ernst Mollenhauer.

Ein Blickfang ist nach wie vor die Abteilung mit den Bernstein-Exponaten, die aus hauseigenen Beständen bzw. von Leihgebern stammen. Neben Tellern, Figuren und Schmuckkästen sind auch die für die Pariser Weltausstellung gefertigten Jugendstil-Bernsteinmöbel aus dem Jahre 1900 zu sehen.

Das Ende Königsbergs im Jahre 1945 wird als das traurigste Kapitel der Stadtgeschichte mit schriftlichen, bildlichen und gegenständlichen Exponaten veranschaulicht. Auch die russische Geschichte der Stadt, die seit 1946 Kaliningrad heißt, sowie die grenzüberschreitenden Beziehungen der ehemaligen Königsberger zu ihrer früheren Heimat und den Menschen, die heute dort leben, werden in der Präsentation berücksichtigt.

Das Archiv des Museums verfügt über mehrere Dichternachlässe und die Prussia-Sammlung der Gesellschaft für Heimatkunde Ost- und Westpreußens e. V. Auszüge aus den umfangreichen Sammlungen rund um Immanuel Kant, Käthe Kollwitz und Ernst Wiechert stellt das Museum im Rahmen von Wechselausstellungen vor. Zu den herausragenden Projekten des Hauses zählt jenes zum Thema „Kant der Europäer“, das als Veranstaltung der „Ruhr 2010 – Kulturhauptstadt Europas“ gezeigt wurde. Zu den Präsentationen des Jahres 2012 gehören die Ausstellungen „Im Dienste der Demokratie – Eduard von Simson aus Königsberg“, „Gerhard Mercator und seine Darstellungen von Preußen“ sowie „Vor 125 Jahren geboren: Ernst Wiechert“.

Eine aktuelle Sonderausstellung des Museums Stadt Königsberg ist dem 60jährigen Jubiläum der Städtepatenschaft Duisburg und Königsberg gewidmet. Zu sehen sind u. a. die Patenschaftsurkunde aus dem Jahre 1952, das restaurierte Königsberger Wappen von 1958 und die Königsberger Bürgermedaille, die anlässlich der Jubiläumsfeier im September 2012 den Bürgern der Stadt Duisburg verliehen wurde. Die Besucher können anhand einer chronologisch strukturierten Zeitleiste die wichtigsten Ereignisse und Begegnungen Revue passieren lassen. Bilder, Dokumente, Archivfotografien, Bücher, Zeitungsausschnitte und Plakate lassen die Vergangenheit lebendig erscheinen. So wird an Höhepunkte wie die feierliche Verkündung der Patenschaft der Stadt Duisburg für die Königsberger am 7. September 1952 und die beeindruckenden Feierlichkeiten anläßlich der 700- Jahr-Feier der Stadt Königsberg 1955 erinnert. Die Ausstellung „Bilder zur Geschichte der Patenschaft“ ist bis zum 31. Dezember 2012 zu besichtigen.

(KK)

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