Stiftung deutscher Kultur im Östlichen Europa - OKR
Kulturportal Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen

Ausgaben: Ausgabe 1323.

Ein’ feste Burg ist unser Schloß

„Kleines Ostpreußentreffen“ auf Schloß Burg

„Mit Blick auf die Wahrnehmung der Vertriebenenverbände, auf die heute vorhandene Kenntnis über das unendliche Leid von Flucht und Vertreibung aus den deutschen Ostgebieten muss uns dieser Dreiklang: Vernachlässigen – Vergessen – Verwerfen aufrütteln, wach und aktiv machen“, betonte Bodo Löttgen, Generalsekretär der CDU Nordrhein-Westfalen, bei seiner Festansprache
beim „Kleinen Ostpreußentreffen“ auf Schloß Burg. Zahlreiche Landsleute, Ostpreußen- Freunde und Vertreter verschiedener Landsmannschaften sowie Persönlichkeiten des politischen und kulturellen Lebens in NRW haben sich Mitte Juli auf dem Plateau vor der Gedenkstätte des Deutschen Ostens – Mahnmal der Vertreibung in Europa“ auf Schloß Burg bei Solingen eingefunden, um das traditionelle „Kleine Ostpreußentreffen“ zu feiern.

Das kulturelle Rahmenprogramm des Ostpreußentreffens wurde von den Dabringhauser Musikanten unter der Leitung von Torben Krause und dem Quartettverein aus Bedburg-Königshoven unter dem Dirigenten Sergio Aleyandro Ruetsch bestritten. Die von Anke Dahlhaus angeführte Tanzgruppe „Die Nussknacker“ führte traditionelle Reigen auf. Die Besucher nutzten die Zeit zum
Plachandern und Genießen. An mehreren Ständen wurden Spezialitäten aus der alten Heimat angeboten, an anderen gab es eine breite Auswahl an Publikationen, Landkarten, Postkarten und Wappen rund um das „Land der dunklen Wälder“. Historienfilme und verschiedene Dokumentationen von Ostpreußen-TV auf DVD ergänzten den Büchertisch. Die Vertreter vom Bund Junges Ostpreußen in der Landsmannschaft Ostpreußen informierten u.a. über ihre Aktivitäten und ihre Jugendzeitung „Fritz“. Viel Interesse weckte auch der Stand mit traditionellem
Bernsteinschmuck.

Wie alle Jahre wieder besichtigten die Teilnehmer des Treffens den vor kurzem teilrenovierten Batterieturm auf dem Gelände von Schloß Burg.  Jürgen Zauner erinnerte in seiner Ansprache daran, dass die Gedenkstätte vor 61 Jahren durch den ersten Bundespräsidenten Theodor Heuss der Öffentlichkeit übergeben wurde. Eine am Eingang angebrachte Bronzetafel weist auf die Geschichte und Bedeutung der  historischen Stätte hin. Im benachbarten Glockenturm sind drei ostdeutsche Glocken untergebracht, wobei die wertvollste und bedeutendste aus dem Dom der  ostpreußischen Hauptstadt stammt.

Jürgen Zauner, der Landesvorsitzende der Landsmannschaft Ostpreußen NRW, freute sich, „daß wir uns in diesem Sommer – 63 Jahre nach unserer Gründung – hier auf dem Schloßplatz im Bergischen Land nochmals zusammenfinden. Ich verkenne aber nicht, daß uns dies immer schwerer fällt, denn die bekennenden Ostpreußen werden weniger.“ Als Motto des diesjährigen Treffens hatte Zauner den Bibeltext ausgewählt: „Mein Volkgeht zugrunde aus Mangel an Erkenntnis.“

Bodo Löttgen bezeichnete den historischen deutschen Osten als einen „wesentlichen Teil unserer gemeinsamen deutschen Geschichte. Zum Verständnis der deutschen Geschichte und Kultur gehört auch das Wissen über Geschichte und Kultur des ehemaligen deutschen Ostens – von Böhmen und Mähren über Schlesien bis Masuren und Ostpreußen bis hin zu den deutschen  Siedlungsgebieten an der Wolga und später in Sibirien und der kasachischen Steppe. … Es ist und bleibt Aufgabe der Landsmannschaft der Ostpreußen, sowohl die Kultur des Erinnerns wach und lebendig zu halten, als auch  Gerechtigkeitslücken für die Erlebnisgeneration zu schließen. … Die Kultur des Erinnerns bedarf tagtäglicher Arbeit, institutioneller Unterstützung und finanzieller Ressourcen. Aber sie bedarf auch solcher Veranstaltungen wie dieser hier und  heute.“ Mit dem Zitat eines Ostpreußen, des aus dem Ermland stammenden, im  vergangenen Jahr verstorbenen ehemaligen Erzbischofs von Berlin, Georg  Maximilian Kardinal Sterzinsky, schloss Löttgen seinen Vortrag: „Wir müssen neue  Wege suchen, um unsere Botschaft zu verkünden.“

Dieter Göllner (KK)

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