Stiftung deutscher Kultur im Östlichen Europa - OKR
Kulturportal Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen

Ausgaben: Ausgabe 1339.

Ein Klosterbau wird zum öffentlichen Raum

Das Westpreußische Landesmuseum zieht nach Warendorf

Ein-KlosterbauÜber Jahrhunderte hinweg war das am Rande der historischen Altstadt Warendorf gelegene Franziskanerkloster ein Ort der inneren Einkehr. Im Jahr 2008 mussten die Franziskaner wegen Nachwuchsmangels die Anlage aufgeben. Inzwischen fanden umfangreiche Sanierungs- und Umbaumaßnahmen in Zusammenarbeit mit dem renommierten Architekturbüro Pfeiffer Ellermann Preckel aus Münster sowie die Einrichtung des Museums in Zusammenarbeit mit dem Museums- und Ausstellungsplaner Michael Wienand aus Dortmund statt.

Ab Frühjahr 2014 sollen Besucher die neue museale Institution für sich entdecken können – unter ihnen Schulklassen und Jugendgruppen, denen die Ausstellungen des Museums eine Ergänzung zum Geschichtsunterricht bieten werden. Die Neueinrichtung sämtlicher Museumsräume wird fast vollständig vom Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) finanziert. Die Räume und Flächen der neuen Dauerausstellung sollen pointierte Themendarstellungen möglich machen, mit denen die reiche Kunst-, Kultur- und Politikgeschichte des Landes am Unterlauf der Weichsel begreifbar gemacht wird.

Dabei sollen vor allem die Beiträge der westpreußischen Kultur und Geschichte zur deutschen und europäischen Geschichte und deren Entwicklung bis heute dargestellt werden. Die Themenschwerpunkte reichen von der Ur- und Frühgeschichte über die mittelalterliche Besiedlung bis zu den Ereignissen des 20. Jahrhunderts. Dabei werden u. a. Spuren jahrhundertealter Beziehungen zwischen Westfalen und Westpreußen berücksichtigt. Auch die heutige Situation im ehemaligen Westpreußen, das zu den kulturreichsten Regionen Polens und des östlichen Mitteleuropas gehört, wird im Rahmen der Dokumentarschau beleuchtet.

Innerhalb dieses historischen Rahmens werden die prägenden kunst- und kulturhistorischen Aspekte behandelt. In diesem Zusammenhang werden auch die komplexen territorialen, politischen und gesellschaftlichen Kontinuitäten und Brüche beispielhaft aufgezeigt. Der bisherige chronologische Aufbau der Dauerausstellung wird aufgegeben. Thematische Schwerpunkte werden eine besucherfreundliche Struktur schaffen, die das Verständnis komplexer Inhalte erleichtert.

Ausgehend von dem reichen Sammlungsbestand des WPLM an Gold- und Silberschmiedearbeiten, Grafiken, Gemälden, Möbeln, Landkarten, Stadtveduten und Medaillen wird eine lebendige Wissensvermittlung angestrebt. Eine gestalterisch hochwertige Präsentation vermittelt die Faszination originaler Objekte in ihren historischen Zusammenhängen. Punktuell werden die Sammlungsbestände durch Leihgaben anderer Museen bzw. Sammlungen ergänzt.

Die Identifikation der Besucher mit der Ausstellung soll durch biographische Elemente unterstützt werden. Hierbei sollen auch die Bezüge und Bindungen zu der Region Westfalen herausgestellt werden. Multimediale Angebote sollen sowohl die geänderten Rezeptionsgewohnheiten der Betrachter berücksichtigen als auch individuelle Vertiefungsmöglichkeiten bieten. Durch die interaktiven Medien wird der Besucher zu einem bewussten Nutzer, der sich auf einen Dialog mit den Themen der Ausstellung einlässt. Hierdurch sollen möglichst alle Altersgruppen erreicht und zu einer aktiven Teilhabe an allen Ausstellungsbereichen motiviert werden.

(KK)

„Bringe dein Licht und hoffe“: Diesen klangvollen Namen trägt die höchste Auszeichnung des litauischen Kulturministers, die der hessische Staatsminister a. D. Hartmut Holzapfel erhält. Sie wird für „besondere Verdienste um die Verbreitung und Vertiefung der litauischen Kultur“ vergeben. Deividas Matulionis, der Botschafter Litauens in Berlin, hat die Auszeichnung am 18. Dezember im Rahmen einer Veranstaltung des Deutschen Kulturforums östliches Europa, „Wintersorgen und Frühlingsfreuden – zum 300. Geburtstag des preußisch-litauischen Dichters und Pfarrers Kristijonas Donelaitis“, im Grünen Salon der Berliner Volksbühne überreicht. Hartmut Holzapfel erhält sie als erster Nicht-Litauer.

(KK)

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