Stiftung deutscher Kultur im Östlichen Europa - OKR
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Ausgaben: Ausgabe 1356.

Ein Stein wie eine Metapher

Das Bernsteinmuseum Kaliningrad/Königsberg zeigt seine Schätze aus zu Kleinodien geronnenem Harz in Ellingen

Ein-Stein-wieDas Bernsteinmuseum Kaliningrad zeigt erstmals seine Schätze in Deutschland. Die Kunstwerke sind im Kulturzentrum Ostpreußen in Ellingen ausgestellt: „Gold des Baltikums“. Künstlerisch hochwertige Stücke können bis zum 7. Juni im Kulturzentrum bewundert werden. Golden glänzt der Bernstein in den Vitrinen, um die sich zahlreiche Besucher bei der Eröffnung drängen. Bewundernde Rufe über die künstlerische Gestaltung der aus dem 40 Millionen Jahre alten Material hergestellten Meisterstücke werden laut.

Die Schmuckstücke werden erstmals in Deutschland gezeigt, erläutert Tatjana Suvorova, die Direktorin des Königsberger Bernsteinmuseums, in ihrem Grußwort an die Gäste. Bereits die Griechen und Römer haben den Bernstein verarbeitet. Die Blütezeit der künstlerischen Bearbeitung des baltischen „Goldes“ lag nach Suvorovas Worten im 17. und 18. Jahrhundert. Das bedeutendste Beispiel sei das „Bernsteinzimmer“, das der preußische König Friedrich Wilhelm I. 1716 Zar Peter dem Großen schenkte. Das seit Ende des Zweiten Weltkrieges verschollene Glanzstück der Bernsteinkunst befand sich zwei Jahrhunderte lang im Katharinenpalast in Zarskoje Selo bei Sankt Petersburg. Seit 2003 ist dort eine originalgetreue Nachbildung zu sehen, die von Kunsthandwerkern aus Kaliningrad gefertigt wurde. Rund 140 Firmen sind in der dortigen Region mit Bernstein beschäftigt, ergänzt die Direktorin des einzigen Bernsteinmuseums in Russland, das 1979 eröffnet wurde.

Gezeigt werden in Ellingen neben den einzigartigen Serienprodukten der Schmuckherstellung in der Königsberger Bernsteinmanufaktur aus den Jahren zwischen 1950 und 1990 weitere moderne Arbeiten von russischen Künstlern. Ein Teil davon sind Rekonstruktionen oder Kopien von vor über 200 Jahren geschaffenen Stücken, vornehmlich aus St. Petersburg. Zusätzlich zur Farbpalette des baltischen Bernsteins sind naturbelassene Stücke ausgestellt, die Inklusen – also Einschlüsse von Tieren wie Insekten, Fliegen oder Mücken – enthalten, welche mit Vergrößerungsgläsern genau betrachtet werden können.

„Die Ausstellung des Kaliningrader Bernsteinmuseums ist ein Gegenbesuch, nachdem wir 2013 in Königsberg eigene Sammlungsgegenstände dem dortigen Publikum vorgestellt haben“, informiert Wolfgang Freyberg, der Direktor des Kulturzentrums Ostpreußen, die Anwesenden, wobei er neben Bernhard Amend, dem Direktor der Bezirksverwaltung Mittelfranken, die Vertreter des Fördervereins und der Landsmannschaften begrüßt. Es seien große Anstrengungen notwendig gewesen, um die Ausstellung über die EU-Außengrenze zu bringen. Das Vorhaben des besucherstärksten Museums in Königsberg musste vom russischen Kultusministerium genehmigt werden. Derzeit gebe es Planungen, die baufälligen Gebäude der ehemaligen Bernstein-Manufaktur in Königsberg bis zur Fußball-Weltmeisterschaft 2018 zu renovieren und das heute im Dohna-Turm untergebrachte Museum dorthin auszuweiten.

Weitere Informationen gibt es unter Telefon 09141/8644-0, der Mailadresse info@kulturzentrum-ostpreussen.de oder auf der Homepage des Kulturzentrums: www.kulturzentrum-ostpreussen.de.

Manfred E. Fritsche (KK)

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