Stiftung deutscher Kultur im Östlichen Europa - OKR
Kulturportal Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen

Ausgaben: Ausgabe 1290.

Ein Stück Heimat aus dem Holz holen

Marie-Luise Salden geht mit Holzschnitten in ihre Geburtsstadt Elbing

Die „Galeria EL“ in Elbing/Elblag, die Schloßgalerie und das Regionalmuseum Krockow/Krokowa (Außenstelle des Westpreußischen Landesmuseums Münster-Wolbeck), das Düsseldorfer Gerhart-Hauptmann-Haus sowie das Stadtmuseum der Kreisstadt Siegburg und das Kurfürstliche Gärtnerhaus in Bonn haben eines gemeinsam: Sie beherbergten in jüngster Zeit Einzelausstellungen der zeitgenössischen Künstlerin Marie-Luise Salden.

Die 1939 in Elbing, Westpreußen, geborene und heute in Troisdorf lebende Holzschnitt-Meisterin und Kunstpädagogin ist mit der Verwirklichung einer Ausstellung in ihrem Geburtsort auch dem Ziel näher gekommen, den Künstleraustausch zwischen Elblag und Düsseldorf voranzutreiben. „Ein lang gehegter Wunsch geht nun – 63 Jahre nach der Flucht – in Erfüllung, meiner Geburts- und alten Heimatstadt Elbing/Elblag mit der Präsentation meiner Arbeiten eine tiefe Verbundenheit auszudrücken. Hier, an meinen Wurzeln, meiner inneren Quelle zu verweilen erfüllt mich mit großer Dankbarkeit, ist für mich Rückblick und Ausblick zugleich“, schwärmt Marie-Luise Salden.

Die in Deutschland und Polen gezeigte Ausstellung „Inspirationen“, für die als Hauptorganisator die Stiftung Gerhart-Hauptmann-Haus. Deutsch-osteuropäisches Forum in Düsseldorf verantwortlich zeichnete, diente vor allem dem Ausbau der kulturellen Kontakte zwischen Polen und dem Land Nordrein-Westfalen. Wie Dr. Winfrid Halder, Direktor des Gerhart-Hauptmann-Hauses, betonte, sehe man in der Präsentation den Ausgangspunkt für eine vertiefte und erweiterte Kooperation in der Zukunft.

Marie-Luise Salden studierte Kunst in Hamburg und Gestaltung an der Fachhochschule Kiel. Seit über dreißig Jahren widmet sie sich der heute etwas weniger populären, aber traditionsreichen Technik des Holzschnitts. Salden arbeitet auch in den Bereichen Tusche- und Kreidezeichnungen sowie Aquarell. Darüber hinaus fertigt sie handgeschöpfte Papierobjekte, illustriert Bücher und Kalender. Sie ist Mitglied im Bundesverband Bildender Künstlerinnen und Künstler, bei Art 7, der Künstlergilde Esslingen und der internationalen Vereinigung der Holzschneiderinnen und Holzschneider Xylon. Zu den Meilensteinen ihrer Biographie zählen ein Japan-Stipendium und eine Gastprofessur an der Staatlichen Kunstakademie Kanazawa sowie ein Studienaufenthalt in Australien.

Ein beachtenswertes Projekt im Rahmen des deutsch-polnischen Kulturaustausches war die Holzschnittwerkstatt, die Marie-Luise Salden in der Elbinger „Galeria EL“ geleitet hat. „Da ich meine künstlerische und pädagogische Arbeit als Möglichkeit betrachte, Menschen zu einem Dialog zusammenzuführen, erhielten die Ausstellung und der Workshop in Elbing die Bedeutung eines deutsch-polnischen Kulturdialogs“, erklärt die engagierte Künstlerin. Für die Zukunft sind bereits ähnliche Veranstaltungen in Krockow und erneut in Elbing geplant.

Mit der Jubiläumsausgabe des „Elbinger Salons“ (Salon Elblaski) haben polnische Gegenwartskünstler in der „Galeria EL“ ihr Potential gezeigt. Wie Jaroslaw Denisiuk, Direktor des Centrum Sztuki „Galeria EL“, betonte, ist der traditionsreiche Salon eine Art Turm zu Babel, dessen Baumeister mehrere Sprachen sprechen.

An der 25. Veranstaltung beteiligten sich neben etablierten polnischen Künstlern wie Artur Mieczkowski und Katarzyna Smeja auch junge Talente wie Aleksandra Matulewicz, Bogdan Kilinski und Anna Kawaczuk. Das deutsche Publikum konnte eine Auswahl der Arbeiten im Rahmen der Ausstellung „Im Zeichen der Aktualität“ im Düsseldorfer Gerhart Hauptmann-Haus sehen.

Dieter Göllner (KK)

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