Stiftung deutscher Kultur im Östlichen Europa - OKR
Kulturportal Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen

Ausgaben: Ausgabe 1378.

Es bahnt sich manches an

Neuer Referent für alte Kultur und alte Zeugnisse der Erneuerung Schlesiens in Ratingen-Hösel

Gemeinsamer Fokus: Dr. Stephan Kaiser, Direktor des Museums, und Vasco Kretschmann Bild: Dieter Göllner

Seit dem 1. März 2017 ist Vasco Kretschmann als Kulturreferent für Oberschlesien am Oberschlesischen Landesmuseum in Ratingen tätig. Gemäß der Fortentwicklung der Konzeption des Bundes zur Förderung der Kulturarbeit nach § 96 BVFG wurde ein neues Kulturreferat für Oberschlesien geschaffen.

Vasco Kretschmann wurde 1985 in Aachen geboren, studierte Geschichte, Politikwissenschaften und Public History an der Freien Universität Berlin und an der Universität Warschau. Sein Promotionsprojekt zu stadtgeschichtlichen Präsentationen in Breslauer und anderen mitteleuropäischen Museen im 20. und frühen 21. Jahrhundert hat er im Sommer 2016 verteidigt.

Zum Auftakt seiner Arbeit und der damit verbundenen Förderungsmöglichkeiten lädt der Kulturreferent für Oberschlesien zu einer eintägigen Fachtagung am 27. April 2017 nach Ratingen ein. Er wird in begrenztem Maße auf Antrag mit einer finanziellen Hilfe insbesondere innovative Vorhaben von schlesischen Kulturvereinen, aber auch sonstigen erinnerungskulturell aktiven Vereinigungen unterstützen können.

Vertreterinnen und Vertreter entsprechender Organisationen sowie von Einrichtungen, die für das zweite Halbjahr 2017 oder perspektivisch schon für 2018 einen Antrag für eigene Vorhaben sowie für gemeinschaftliche Projekte in (Ober-)Schlesien stellen wollen, sind aufgerufen, die Ideen bei der Tagung öffentlich zu präsentieren. Die Vorschläge werden formlos spätestens bis zum 18. April 2017 an kulturreferat@oslm.de erbeten.

Das Oberschlesische Landesmuseum von Ratingen-Hösel begleitet das 175. schlesische Bahnjubiläum mit einem großangelegten Projekt. Die Eröffnung der neuen Sonderausstellung ist eine erste Etappe.

Die schlesische Bahngeschichte begann am 21. Mai 1842, als um 11.15 Uhr der erste Zug mit fast 200 Fahrgästen aus Breslau nach Ohlau fuhr. Die Bahnverbindung zwischen diesen schlesischen Städten zählt zu den ersten in Deutschland überhaupt und ist gleichzeitig als älteste Bahnlinie Polens anerkannt. Am Tag nach der Probefahrt wurde die Bahnlinie Breslau– Ohlau für den Personenverkehr freigegeben.

Es gab eine Zeit, da wurde eine leicht orientalische Anmutung in der Architektur des Abendlandes lediglich als ästhetischer Zugewinn betrachtet Bild aus der Ausstellung

Im Oberschlesischen Landesmuseum von Ratingen-Hösel dreht sich schon seit Wochen, aber vor allem ab dem 2. April – dem Tag der Ausstellungseröffnung – alles um das Thema Eisenbahn. Die große Sonderschau „Schlesische Bahnwelten: 175 Jahre Modernität und Mobilität“ zeigt vielfältige Aspekte der spannenden Eisenbahngeschichte auf und nimmt auch Bezug auf die vielseitige Realität der Bahn in Schlesien. Abgedeckt wird ein breites Spektrum, vom Bau der Bahnlinien bis hin zum aktuellen Betrieb. Berücksichtigt werden dabei alle heute zu Polen und Tschechien gehörenden schlesischen Landesteile. Zahlreiche bahntypische Zeugnisse sind in die „Bahnwelt Schlesiens“ integriert und werden in gewisser Weise als Denkmale gewürdigt.

Ein wichtiger Aspekt der Ausstellung ist die Streckenkunde, die den Besucher mit den schlesischen Landschaften, den Bahnbauten sowie mit weiteren historischen und gegenwärtigen Facetten der Bahn vertraut machen soll. Ein weiterer Präsentations-Schwerpunkt ist den Lok- und Waggontypen der verschiedenen Epochen gewidmet. Darüber hinaus wird die Geschichte auch aus der Perspektive des Bahnarbeiters, des Fahrgastes, im Hinblick auf Stadtentwicklung, Betriebsabläufe, Betriebstechnik und Technikgeschichte betrachtet.

Die Sonderausstellung rund um die „Schlesischen Bahnwelten“ ist in Ratingen-Hösel bis zum 27. Mai 2018 zu besichtigen. Ergänzend wird ein umfangreiches Rahmenprogramm mit Führungen zu wechselnden Themenschwerpunkten, Workshops und Aktionstagen angeboten. Zur Ausstellung erscheinen eine Begleitschrift sowie kommentierte Streckenkarten der beiden schlesischen Reichsbahndirektionen Breslau und Oppeln aus der Mitte der 1930-er Jahre.

(KK)

«

»