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Ausgaben: Ausgabe 1370.

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Festakt zu 25 Jahren Sudetendeutsches Musikinstitut

„Musik überwindet Grenzen und schafft Zusammengehörigkeit!“ Diese Aussage zog sich wie ein roter Faden durch die Reden beim Festakt anlässlich des 25-jährigen Bestehens des Sudetendeutschen Musikinstituts, das beim Bezirk Oberpfalz und damit in Regensburg, der Patenstadt der Sudetendeutschen, angesiedelt ist. Die Bedeutung der Einrichtung würdigten Repräsentanten aus dem sudetendeutschen und tschechischen Bereich wie auch der Träger und Geldgeber sowie der Kooperationspartner.

Mit dem Bläserstück „Fanfare“ von Widmar Hader, dem Gründungs- und langjährigen Leiter des Sudetendeutschen Musikinstituts, der unter den Ehrengästen war, vorgetragen vom Blechbläser-Ensemble der Berufsfachschule für Musik Sulzbach-Rosenberg unter der Leitung von Norbert Lodes, begann der Festakt. Der jetzige Institutsleiter Dr. Andreas Wehrmeyer hieß zahlreiche Vertreter aus dem sudetendeutschen bzw. Vertriebenenbereich sowie der Stadt Regensburg und des Bezirks Oberpfalz willkommen.

Als Chef des Trägers, d. h. des Bezirks Oberpfalz, würdigte Bezirkstagspräsident seite-08-kk1370Franz Löffler in seinem Grußwort die Jubiläumseinrichtung. „Das Sudetendeutsche Musikinstitut hat in den 25 Jahren seines Bestehens Beachtliches geleistet; es genießt nicht nur bei uns, sondern auch in Tschechien einen hervorragenden Ruf“, stellte der Bezirkstagspräsident fest und sprach dem Gründungsleiter Widmar Hader und dessen Nachfolger Dr. Andreas Wehrmeyer mit seinen Mitarbeitern seinen Dank aus.

Ministerialrat Dr. Wolfgang Freytag vom Bayerischen Staatsministerium für Arbeit und Soziales, Familie und Integration sprach von einer „großartigen Erfolgsgeschichte“, heute sei das Sudetendeutsche Musikinstitut „eine über die bayerischen Grenzen hinaus bekannte, hoch angesehene und renommierte Einrichtung“. Christiana Schmidbauer, die Leiterin des Regensburger Kulturamtes, ging in ihrem Grußwort auch auf die Konzerte und Veranstaltungen des Instituts ein. Es habe „der Stadt Regensburg wunderbare Konzerte geschenkt. Das ist nicht nur eine Bereicherung des Kulturlebens in Regensburg, sondern weit darüber hinaus, auch über die Landesgrenze. Das Institut ist nicht mehr wegzudenken.“ Für das Kuratorium des Sudetendeutschen Musikinstituts sprach Dr. Viktor Velek von der Universität Ostrava/Ostrau und hob die Bedeutung des Sudetendeutschen Musikinstituts für die Forscher auf dem Gebiet der deutschböhmischen Musikkultur hervor.

Viele persönliche Erinnerungen und Gedanken beinhaltete das Grußwort von Dr. Undine Wagner, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Thüringischen Landesmusikarchiv an der Hochschule für Musik Franz Liszt in Weimar. Die Weimarer Wissenschaftlerin rief Dr. Torsten Fuchs aus Leipzig in Erinnerung, der 1992 als wissenschaftlicher Mitarbeiter beim Sudetendeutschen Musikinstitut begann und dessen wissenschaftliche Arbeit lange Zeit prägte.

Den Festvortrag hielt Dr. Ortfried Kotzian, Vorstandsvorsitzender der Sudetendeutschen Stiftung. Viele Heimatvertriebenen hätten, so Kotzian, „ihr kulturelles Erbe und darunter ihre Musikkultur sowie gerettetes Schriftgut und Sammlungen aller Art“ mitgebracht oder später erworben, was aufgrund des Paragraphen 96 des Bundesvertriebenengesetzes gefördert wird. „Das Sudetendeutsche Musikinstitut ist Ausdruck dieser politischen Willensbekundung, welche Gesetzeskraft erlangte und bis heute Gültigkeit hat“, führte der Festredner aus.

Beim Empfang war dann reichlich Gelegenheit zum Austauschen von Erfahrungen und Erinnerungen. Im Foyer des Bezirksgebäudes in der Ludwig-Thoma-Straße 14 in Regensburg gibt es eine Ausstellung über die 25 Jahre zu sehen.

Markus Bauer (KK)

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