Stiftung deutscher Kultur im Östlichen Europa - OKR
Kulturportal Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen

Ausgaben: Ausgabe 1321.

„Fromme und tüchtige Leute“

Ausstellung zu den Bessarabiendeutschen im HDO München

Die vom Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien geförderte Ausstellung im Haus des deutschen Ostens München (HDO) unter dem Motto „Fromme und tüchtige Leute – Die deutschen Siedlungen in Bessarabien 1814–1940“ beruht auf der Zusammenarbeit des Gastgeberhauses mit der Freien Universität Berlin, dem Bessarabiendeutschen Verein e. V. Stuttgart und dem Deutschen Kulturforum östliches Europa Potsdam. Für das Konzept der Schau zeichnet PD Dr. Ute Schmidt, Berlin, verantwortlich, die Gestaltung hat Professor Ulrich Baehr übernommen.

Die Dokumentation geht bis ins Jahr 1812 zurück, als Zar Alexander I. deutsche Siedler einlud, sich in Bessarabien niederzulassen, und ihnen Land und Freiheitsrecht versprach. Die Einwanderer stammten überwiegend aus Südwestdeutschland und aus Preußen. Im Laufe ihrer 125jährigen Siedlungsgeschichte entwickelten sie – inmitten des autokratischen Zarenreiches – ein prosperierendes Gemeinwesen, das durch lokale Autonomie und eine religiös-pietistisch grundierte Ethik geprägt war.

Als Minderheit in einer bunten Vielfalt ethnischer und religiöser Gemeinschaften lebten die Siedler mit Moldauern, Russen, Ukrainern, Bulgaren, Juden und anderen Gruppen in friedlicher Nachbarschaft. Während des Ersten Weltkrieges entgingen sie nur knapp der Deportation nach Sibirien. 1918 kam Bessarabien unter rumänische Oberhoheit. Im Jahre 1940 wiederum wurden, als Folge des deutsch-sowjetischen Nichtangriffspaktes („Hitler-Stalin-Pakt“) rund 95 000 Deutsche aus Bessarabien ausgesiedelt und 1941/42 größtenteils im besetzten Polen angesiedelt. Anfang 1945 mußten sie nach Westen flüchten und sich im geteilten Deutschland eine neue Existenz schaffen. Heute gehört Bessarabien zur Republik Moldau und zur Ukraine.

Die Ausstellung im HDO veranschaulicht anhand von verschiedenen Exponaten, Dokumenten und Bildern das Leben dieser Volksgruppe vom nordwestlichen Ufer des Schwarzen Meeres zwischen den Flüssen Pruth und Dnjestr in all ihren sozialen, kulturellen und zeithistorischen Facetten.

Die Bessarabien-Dokumentation ist bis zum 29. Juni im HDO München zu besichtigen.

D. G. (KK)

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