Stiftung deutscher Kultur im Östlichen Europa - OKR
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Ausgaben: Ausgabe 1302.

Früh fragt sich, was ein Menschenrechtler werden will

Projektförderung „Europeans for Peace“

Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte entstand als Antwort auf die Erfahrungen des Zweiten Weltkrieges. Ihr Geltungsanspruch ist universell und für jeden Menschen gleich – dennoch werden die Menschenrechte nicht überall gleichermaßen beachtet.

„Alle Menschen sind frei und an Würde und Rechten gleich geboren“, lautet der erste Satz im Artikel 1 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen von 1948. Diese Erklärung war auch eine Antwort auf die Erfahrungen des Zweiten Weltkrieges, der NS-Zwangsarbeit und des Holocaust. In 30 Artikeln wurden erstmals in der Geschichte der Menschheit Garantien zum Schutz der Person, Freiheitsrechte, Verfahrensrechte sowie wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte festgeschrieben.

Menschenrechte sind unteilbare und unveräußerliche Rechte, die jeder Menschen auf der Welt haben soll. Sie gelten ohne Unterschied wie „Rasse“, Hautfarbe, Geschlecht, Sprache, Religion, politische oder sonstige Anschauung, nationale oder soziale Herkunft, Vermögen, Geburt oder sonstiger Status und auch für Personen, die nicht die Staatsangehörigkeit des Landes besitzen, in dem sie leben.

Im Programm „Europeans for Peace“ fördert die Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ internationale Projektpartnerschaften zwischen Schulen und Jugendgruppen aus Deutschland, Mittel-, Ost- und Südosteuropa oder Israel, die sich grenzüberschreitend mit historischen oder aktuellen Menschenrechtsfragen beschäftigen. Historischer Bezugspunkt sollen dabei die Geschichte des Nationalsozialismus, des Holocaust und des Zweiten Weltkrieges und die Nachkriegsgeschichte sein. In der Gegenwart geht es um aktuelle Verletzungen von Menschenrechten und darum, wie sich jeder einzelne für die Durchsetzung der Menschenrechte engagieren kann.

Die Ausschreibung knüpft an Erfahrungen und Ergebnisse bisheriger Programmjahre an, in denen Jugendliche sich mit der europäischen Kriegs- und Nachkriegsgeschichte auseinandergesetzt und Motive von Menschen im Ringen um Frieden, Demokratie und Menschenrechte untersucht haben. Die Projekte sollen konkrete Menschenrechtsverletzungen erkunden und aufzeigen, welche Menschen und Organisationen sich dem entgegengestellt haben. Sie hinterfragen, warum die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte heute noch aktuell ist und warum die Menschenrechte noch nicht überall verwirklicht sind. Warum müssen sie institutionell geschützt und zivilgesellschaftlich verteidigt werden? Warum sind Armut, Umweltverschmutzung, Gewalt, Konflikte und Kriege mit Menschenrechtsverletzungen verbunden? Wie kann man sich erfolgreich für Menschenrechte einsetzen?

Die Projekte sollen dazu beitragen, daß Menschen weniger für Ideologien der Ungleichheit wie Antisemitismus und Rassismus anfällig werden, indem sie die Attraktivität der Freiheits- und Gleichheitsidee der Menschenrechte verdeutlichen. Sie sollen dazu befähigen, Menschenrechte einzufordern und Politik und Wirtschaft am Maßstab der Umsetzung dieser Forderungen zu messen. Sie können damit den Blick öffnen für die Möglichkeiten jedes einzelnen, die Menschenrechte zu stärken und zu verteidigen.

Einsendeschluß der Bewerbung ist der 15. Januar 2011. Informationen sind zu finden unter: www.europeans-for-peace.de.

(KK)

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