Stiftung deutscher Kultur im Östlichen Europa - OKR
Kulturportal Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen

Ausgaben: Ausgabe 1243.

Gewichtige Kirchenmänner – ein wichtiges Buch

Im Münchner Karmelitensaal präsentierten Kardinal Friedrich Wetter, Schnell+Steiner-Verleger Albrecht Weiland, Mitautor Reinhard Heydenreuter und Herausgeber Erwin Gatz (Rektor des Campo Santo Teutonico, Rom) den Band „Die Wappen der Hochstifte, Bistümer und Diözesanbischöfe im Heiligen Römischen Reich 1648 bis 1803“. Dazu zählen auch Bistümer, die außerhalb der heutigen deutschen, Schweizer oder österreichischen Grenzen liegen, etwa Breslau, Brixen, Brünn, Budweis, Corvey, Ermland, Görz, Königgrätz, Kulm, Laibach, Leitmeritz, Lüttich, Olmütz, Prag, Straßburg und Trient.

Mit knapp 700 Seiten und über 500 Abbildungen ist das für die Kirchen- und Heimatgeschichte gleichermaßen relevante Buch seine 128 Euro wert. Heraldisch erklärt und durch Register für den Historiker, aber auch  dem interessierten Laien verständlich erschlossen werden erstmals die auf militärische Wurzeln zurückgehenden farbigen „Schilde“, so etwas wie „Logos“ oder „Labels“ als Macht- und Herrschaftsdemonstration, aller Diözesanbischöfe und der Hochstifte vom Ende des Dreißigjährigen Krieges bis zur Säkularisation.

Die Buchpräsentation, bei der Rudolf Schieffer, der Präsident der Monumenta Germaniae Historica, über kirchliche Heraldik sprach, begleitete eine Kabinetts-Ausstellung zu einem der drolligen, jedoch noch immer rätselhaften Hauptinhalte des München-Freisinger Erzdiözesanwappens, dem „Freisinger Mohren“. Dessen älteste Darstellung findet sich in einer Handschrift vom Beginn des 14. Jahrhunderts. Sie ist im Besitz des im Gebäude der ehemaligen Münchner Karmeliterkirche (Promenadeplatz) untergebrachten Archivs des Erzbistums München und Freising (Direktor: Peter Pfister).

Hans Gärtner (KK)

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