Stiftung deutscher Kultur im Östlichen Europa - OKR
Kulturportal Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen

Ausgaben: Ausgabe 1337.

„Halb-Asien“ in Ulm – Bessarabien-Ausstellung

Bis zum 12. Januar 2014 ist im Donauschwäbischen Zentralmuseum Ulm die Sonderausstellung „Fromme und tüchtige Leute“ zu sehen. Anhand von Leihgaben aus dem Bessarabiendeutschen Museum in Stuttgart wird die wechselvolle Geschichte der deutschen Kolonisten in Bessarabien von der Ansiedlung im Jahre 1814 bis heute beleuchtet. Die Anfänge reichen sogar bis in das Jahr 1812 zurück, als der russische Zar Alexander I. deutsche Siedler einlud, sich am Schwarzen Meer niederzulassen. Versprochen wurden ihnen Land und Freiheitsrechte. Im Laufe ihrer 125jährigen Siedlungsgeschichte gestalteten die Deutschen als kleine Minderheit inmitten einer bunten Vielfalt ethnischer und religiöser Gemeinschaften ein friedliches Dasein.

Ein Meilenstein der Geschichte, dem in der Ausstellung besondere Aufmerksamkeit gewidmet wird, ist das Programm „Heim ins Reich“. Von 1939 bis 1941 wurden Auslandsdeutsche im großen Maßstab umgesiedelt. Die NS-Behörde „Volksdeutsche Mittelstelle“ organisierte Transporte aus dem Baltikum und Ostpolen, aus Südtirol und dem nordwestlichen Jugoslawien sowie aus dem Südosten Europas. Die Umsiedler – darunter viele aus Bessarabien – kamen nach einem langen Lageraufenthalt in den besetzten Teil Polens. Es ging um Regionen, aus denen die einheimische Bevölkerung vertrieben worden war. Anfang 1945 mussten sie von dort flüchten und sich im geteilten Deutschland eine neue Heimat suchen.

Die Ausstellung der Freien Universität Berlin wird vom Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien gefördert und vom Bessarabiendeutschen Verein e. V. Stuttgart und dem Deutschen Kulturforum östliches Europa, Potsdam, unterstützt. Zusätzlich zu den in Ulm gezeigten Sonderausstellungen haben das DZM und die hier tätige Kulturreferentin auch interessante Wanderausstellungen erarbeitet, die ausgeliehen werden können.

(KK)

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