Stiftung deutscher Kultur im Östlichen Europa - OKR
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Ausgaben: Ausgabe 1318.

Haßverweigerer

Sein Überleben hat er der Zeitzeugenschaft gewidmet: Max Mannheimer erhält den Europäischen Karlspreis der Sudetendeutschen

Den Europäischen Karlspreis der Sudetendeutschen erhält in diesem Jahr der im
mährischen Neutitschein geborene und heute in Haar bei München lebende Vorsitzende der Lagergemeinschaft Dachau und Holocaust-Überlebende Max Mannheimer.

Der Sprecher und oberste politische Repräsentant der Sudetendeutschen, der CSUEuropaabgeordnete Bernd Posselt, wird die höchste Auszeichnung dieser nach 1945 aus der Tschechoslowakei vertriebenen Volksgruppe am Pfingstsamstag in Nürnberg an den sozialdemokratischen Buchautor und Maler für dessen Verdienste „um eine gerechte Völkerordnung in Mitteleuropa“ verleihen.

Der heute 92jährige Mannheimer ist von den Nationalsozialisten in die Konzentrationslager Theresienstadt, Auschwitz-Birkenau, Warschau und Dachau verschleppt worden, seine Eltern, seine Frau und zwei seiner Geschwister sind in Auschwitz ermordet worden. Posselt bezeichnete es als „große Ehre
für die Sudetendeutsche Volksgruppe, unseren Landsmann Max Mannheimer auszeichnen zu dürfen, der als Opfer der nationalsozialistischen Menschheitsverbrechen den Mut und die Kraft besitzt, bis heute als Zeitzeuge durch Vorträge, vor allem vor Jugendlichen, gegen Nationalismus und Intoleranz zu kämpfen“.

Sein Buch über seine KZ-Erlebnisse und sein publizistisches Wirken haben Millionen von Menschen aufgerüttelt, ebenso sein Bekenntnis: „Ich konnte nie hassen.“ Mannheimer, in zweiter Ehe mit einer sudetendeutschen NSGegnerin und nach deren Tod mit einer Amerikanerin verheiratet, habe auch die Vertreibungen nach dem Zweiten Weltkrieg stets verurteilt und schlage heute als Ehrenbürger seines jetzt zur Tschechischen Republik gehörenden Heimatortes Neutitschein Brücken
zwischen den Nachbarvölkern.

Die feierliche Preisverleihung wird im Rahmen der Eröffnungsveranstaltung des 63. Sudetendeutschen Tages am Pfingstsamstag, dem 26. Mai, in Nürnberg in Anwesenheit von Vertretern aus Politik und Gesellschaft stattfinden.

Der Europäische Karlspreis wurde von der Sudetendeutschen Landsmannschaft in Erinnerung an Karl IV., Römischer Kaiser, Deutscher König und König von Böhmen, gestiftet. Zweck der Verleihung ist der Mahnruf nach einer gerechten Völker- und Staatenordnung in Mitteleuropa. Der Europäische Karlspreis wird an Persönlichkeiten und Einrichtungen der Politik und des Geisteslebens verliehen, die sich besondere Verdienste um die Verständigung und Zusammenarbeit der Völker und Länder Mitteleuropas erworben haben.

(KK)

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