Stiftung deutscher Kultur im Östlichen Europa - OKR
Kulturportal Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen

Ausgaben: Ausgabe 1216.

Höhepunkte aus der Donautiefebene

Verleihung des Donauschwäbischen Kulturpreises des Landes Baden-Württemberg in Sindelfingen

„Die Verleihung dieses Preises ist Ausdruck der erfolgreichen Patenschaft zwischen unserem Land und seinen donauschwäbischen Patenkindern. Die Feierlichkeiten zum 50jährigen Jubiläum der Patenschaft des Landes über die Volksgruppe der Donauschwaben im vergangenen Jahr haben gezeigt, daß Baden-Württemberg und seine Donauschwaben herzlich und eng miteinander verbunden sind.“

Das sagte der baden-württembergische Innenminister Heribert Rech bei der Verleihung des für das Jahr 2005 im Bereich Bildende Kunst ausgeschriebenen Donauschwäbischen Kulturpreises des Landes Baden-Württemberg am 14. Dezember 2005 in Sindelfingen. Mit der Preisverleihung setze das Land ein neues Zeichen der Lebendigkeit dieser Patenschaft.

Den mit 5000 Euro dotierten Hauptpreis hat die Jury an den im ungarischen Schorokschar geborenen József Bartl für sein malerisches und zeichnerisches Lebenswerk vergeben. Sein Lebensweg ist seit seiner Schulzeit am Kunstgymnasium in Budapest mit der Malerei verwoben gewesen. 1998 hat er als Hommage an seine Heimat ein Bilderbuch von Schorokschar angefertigt. Für seine tiefe Verbundenheit hat ihm die Gemeinde im Jahr 2000 die Ehrenbürgerwürde verliehen. Leider konnte József Bartl aus gesundheitlichen Gründen nicht an der Preisverleihung teilnehmen. Der Preis wurde ihm stattdessen von Professor Dr. Christian O. Steger, dem Geschäftsführer des baden-württembergischen Gemeindetags, in Ungarn überreicht.

Den Förderpreis in Höhe von 2500 Euro erhielt der Maler Claudius Roland Karl, dessen Eltern aus Groß-Kikinda im serbischen Teil des Banats stammten. Claudius Roland Karl hat seine Lebensheimat in Rom gefunden, aber dennoch seine donauschwäbischen Wurzeln nicht verloren, sondern weiß um deren Bedeutung und läßt dieses Bewußtsein auch in sein künstlerisches Wirken einfließen lassen. Nach Besuchen bei Verwandten in Ungarn und im rumänischen Teil des Banats ist der Aquarellzyklus „Requiem für eine verlorene Heimat“ mit Bildern von der Marosch, von Bauernhäusern, Menschen und Städten entstanden.

Die mit 2500 Euro dotierte Ehrengabe ging an den Bildhauer Walter Andreas Kirchner. „Mit dem im rumänischen Teil des Banats geborenen Walter Andreas Kirchner hat die Jury einen Künstler ausgezeichnet, der in seinem bildhauerischen Schaffen die Geschichte und Kultur seiner banatschwäbischen Landsleute darstellt und mit hohem künstlerischen Niveau auch tragische Kapitel aus deren Geschichte in seinem Werk aufgreift.“ Er hat mehrfach internationale Auszeichnungen erhalten und ist mit Ausstellungen auch in Rumänien und der UdSSR vertreten gewesen.

Der Donauschwäbische Kulturpreis wird seit dem Jahr 1966 vergeben. Er soll als Anreiz für donauschwäbische Künstler aus den Bereichen Literatur, Musik und bildende Kunst dienen, sich weiter der heimatlichen Kultur zu widmen.

Er kann aber auch sonstigen Kulturschaffenden verliehen werden, die der donauschwäbischen Kultur verbunden sind, wenn deren Werk entweder die kulturellen Wechselwirkungen zwischen Donauschwaben und ihren Nachbarn repräsentiert oder der Verständigung in den Herkunftsgebieten dient.

(KK)

«

»