Stiftung deutscher Kultur im Östlichen Europa - OKR
Kulturportal Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen

Ausgaben: Ausgabe 1389.

Im Glas sieht man die ganze Stadt

Rheinbach feiert seine Glasfachschule, sein Glasmuseum und sich

Wenn man wählen könnte: ein Glas von 50
Bild: Dieter Göllner

Die „Glasstadt“ Rheinbach rüstet sich für zwei bedeutende Jubiläen: Im April wird die Glasfachschule 70, im September das Glasmuseum 50 Jahre alt.

Das ist ein guter Anlass dafür, dass die beiden Institutionen die Höhepunkte ihrer Entwicklung Revue passieren lassen und auch in die Gegenwart und Zukunft blicken. Verständlich, dass man vor allem der vertriebenen sudetendeutschen Glasveredler-Familien gedenkt, denen die Gründung der Schule, des Museums und insgesamt die Begründung der Glaskompetenz in der Eifelstadt zu verdanken ist.

Als zentrales Projekt des umfangreichen Veranstaltungsprogramms gilt die großangelegte Ausstellung im Glasmuseum „50 Jahre – 50 Gläser“. Anhand von 50 ausgewählten Exponaten will man die Entwicklung der Sammlung illustrieren und parallel dazu auch die Chronologie der Sonderausstellungen des Hauses aufzeigen.

Geplant ist auch die Veröffentlichung eines informativen Begleitkataloges zur Jubiläumsausstellung. Selbst wenn in der Publikation die ausgestellten Gläser für das fachlich orientierte Publikum detailliert beschrieben werden, bekommen diesmal auch sogenannte „Ausstellungspaten“ die Möglichkeit, sich am Projekt zu beteiligen. Laut einer Idee der vom Museumsbeirat eingesetzten Arbeitsgruppe soll für jedes Glas ein „Pate“ gefunden werden, der seine persönlichen Gedanken und Empfindungen zu dem auserwählten Exponat niederschreiben soll.

Der Plan sieht vor, dass für jedes der von Helga Feuser-Strasdas und Gisela Petersdorff aus der Jubiläumsarbeitsgruppe zusammen mit der Museumleiterin Dr. Ruth Fabritius ausgesuchten 50 Gläser eine Doppelseite entstehen wird – rechts mit der fachlich-kunsthistorischen Beschreibung, links mit dem persönlichen Beitrag beziehungsweise mit dem Bezug des Paten zum jeweiligen Exponat. Die Mitglieder des Vereins „Freunde edlen Glases“ wie auch die Museumsleitung leisten bei Bedarf redaktionelle Hilfestellung.

Mit diesem außergewöhnlichen Projekt soll eine größere Identifizierung der Bevölkerung mit ihrer „Glasstadt“ erreicht werden. Darüber hinaus soll der Katalog so gestaltet werden, dass er auch für Laien interessant ist. 50 Rheinbacher Persönlichkeiten des kulturellen, sozialen und politischen Lebens folgten der Einladung von Bürgermeister Stefan Raetz und übernahmen eine Patenschaft für eines der Exponate. Die Paten stammen aus der Rheinbacher Bevölkerung, wobei sich die wichtigsten gesellschaftlichen Gruppen in der Auswahl wiederfinden.

Das erste Treffen der Ausstellungspaten mit Museumsleiterin Dr. Ruth Fabritius, dem Beiratsvorsitzenden Helmut Nikolaus und Joachim Strasdas, dem Vorsitzenden der „Freunde edlen Glases“ e. V., war besonders spannend, da sich herausstellte, dass gleich mehrere Interessenten das eine oder andere Ausstellungsstück bevorzugten. Arnd Pötter, der als Mitglied des Fördervereins mit den 50 Personen vorab gesprochen hatte, gab organisatorische Hinweise. Das Spektrum der Ausstellungsstücke reicht von historischen Gläsern über Studioglasobjekte bis hin zu Wandbildern. Schließlich waren alle Anwesenden mit „ihrem“ Stück zufrieden.

In Textildruck ausgeführte Fotos der Exponate werden auch in den Rheinbacher Geschäften zu sehen sein und tragen somit die Jubiläumsausstellung ins Stadtbild.

(KK)

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