Stiftung deutscher Kultur im Östlichen Europa - OKR
Kulturportal Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen

Ausgaben: Ausgabe 1330.

Im Licht der Zarendämmerung

Studienreise nach St. Petersburg

Im-LichtDas Kulturreferat am Ostpreußischen Landesmuseum in Lüneburg, die Stiftung zur Förderung und Entwicklung der deutsch-russischen Beziehungen Deutsch-Russisches Begegnungszentrum in St. Petersburg und das Reisebüro Russland Reisen Romanova laden vom 22. bis zum 28. August zu einer Studienreise nach St. Petersburg ein. Deutsch-russische Begegnungen, der interkulturelle Austausch und die Geschichte der Deutschen in St. Petersburg stehen hierbei im Vordergrund.

Das wohl bekannteste Geschenk in der Geschichte der deutsch-russischen Beziehungen ist das mythen- und geheimnisumwobene Bernsteinzimmer. Im Auftrag des Preußenkönigs Friedrich I. von deutschen Handwerksmeistern gefertigt, wurde das Bernsteinkabinett 1716 von seinem Sohn und Nachfolger Friedrich Wilhelm I. als diplomatisches Instrument zur Festigung deutsch-russischer Freundschaftsbeziehungen genutzt und dem russischen Zaren Peter I. geschenkt. Fast zwei Jahrhunderte lang befand es sich im Katharinenpalast in Zarskoje Selo bei St. Petersburg. Während der deutschen Besatzung im Zweiten Weltkrieg wurde das Bernsteinzimmer nach Königsberg gebracht, wo es im Laufe des Krieges verlorenging. Über seinen Verbleib gibt es eine kaum noch überschaubare Fülle an Behauptungen und Spekulationen.

Auch wenn vermutlich das Geheimnis um das Bernsteinzimmer auf dieser Studienreise nicht gelüftet werden kann, so soll doch seine Symbolik entschlüsselt werden. Selbstverständlich wird dem Katharinenpalast in Puschkin (früher Zarskoje Selo) mit dem mit deutscher Hilfe 2003 originalgetreu rekonstruierten Bernsteinzimmer ein Besuch abgestattet. In St. Petersburg wird insbesondere das Deutsch-Russische Begegnungszentrum in der St.-Petri- Kirche Ausgangspunkt für das Knüpfen neuer Kontakte und für spannende Einblicke in die russisch-deutsche Geschichte sein.

Bei sachkundigen Führungen durch die Stadt und ihre Umgebung kann man sich mit der Geschichte St. Petersburgs vertraut machen, in der Deutsche über lange Zeit eine besondere Rolle gespielt haben. Sie kamen als Adlige an den Zarenhof, wirkten als Kaufleute und Handwerker in der Stadt oder wurden als Kolonisten auf dem Lande angesiedelt. Die deutschen Einflüsse, die oft nicht auf den ersten Blick zu entdecken sind, werden sichtbar gemacht. Wussten Sie, dass der Grundstein der Sammlung der Eremitage 225 Gemälde waren, die Katharina die Große bei einem Berliner Kaufmann 1764 erwarb? Auch die dunklen Kapitel der deutsch-russischen Beziehungen mit der Blockade Leningrads während des Zweiten Weltkriegs werden ausführlich thematisiert.

(KK)

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