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Ausgaben: Ausgabe 1239.

Interaktiv aktiv

So will Dr. Winfrid Halder, der neue Leiter des Düsseldorfer Gerhart-Hauptmann-Hauses, junges Publikum von dessen Angebot überzeugen

Bereits kurze Zeit nach dem Wechsel in der Leitung des Düsseldorfer Gerhart-Hauptmann-Hauses ist die Veränderung deutlich spürbar. Zwar hat sich Dr. Winfrid Halder für die Fortsetzung der bewährten Programme erklärt, doch setzt der ausgewiesene Historiker auch neue Akzente bei der inhaltlichen Gestaltung der Aktivitäten.

Zu den Schwerpunkten dieses Jahres zählt die bereits gestartete Vortragsreihe „Preußen und (k)ein Ende?“, die sich über mehrere Monate erstrecken wird. Im Fokus steht das staatliche Ende Preußens vor 60 Jahren, nach wissenschaftlichen Kriterien von hochkarätigen Referenten beleuchtet. Dr. Halder zu den Hintergründen: „Wir laden zu einer Vortragsreihe ein, die sich mit dem Ende Preußens, aber auch mit dessen vorausgehender Geschichte beschäftigt. Wir tun dies mit der festen Überzeugung, damit Aufklärung zu betreiben, die vor allem der jungen Generation zugute kommen soll.“ Das Leben zeige, daß nur derjenige, der die Geschichte versteht, sich selbst als Teil der Gegenwart begreifen und die Zukunft gestalten kann. Selbst der europäische Gedanke sei älter, als viele Jugendliche annehmen. Und der Historiker Halder betont: „Die Entwicklung Preußens bis hin zum staatlichen Untergang vor 60 Jahren bietet viele Argumente für eine sachliche Information und Diskussion.“

Für das Projekt konnten kompetente Referenten und Vortragende gewonnen werden. Professor Dr. Frank-Lothar Kroll, Inhaber des Lehrstuhls für Europäische Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts an der TU Chemnitz, ist einer der besten Kenner der jüngeren und jüngsten Forschung zur preußischen Geschichte. Weitere Vortragende in dieser Reihe sind Professor Dr. Dr. h. c. Gilbert Gornig von der Marburger Philipps-Universität sowie Professor Dr. Manfred Kittel vom Institut für Zeitgeschichte München. Zu einem späteren Zeitpunkt wird Dr. Veit Veltzke, Direktor des Preußen-Museums Nordrhein-Westfalen in Wesel/Minden, eine thematische Parallele ziehen zwischen Preußen und Nordrhein-Westfalen – einem Bundesland übrigens, das vor 60 Jahren, also zur Zeit des preußischen Untergangs, gegründet wurde.

Doch auf der Agenda des Gerhart-Hauptmann-Hauses stehen in diesem Jahr und mittelfristig weit mehr publikumsorientierte und aktualitätsbezogene Veranstaltungen. Wie Dr. Winfrid Halder mitteilt, geht es u.a. um 50 Jahre seit den Römischen Verträgen und neue Aspekte zur EU-Osterweiterung, um das Goethejahr 1932 und nicht zuletzt um eine kulturpolitische Studienfahrt auf den Spuren Joseph von Eichendorffs. Zum Literaturforum „Neues Europa“ werden in diesem Jahr bulgarische Autoren eingeladen, um eines der jüngsten EU-Mitgliedsländer bekannt zu machen. In den Fokus des Jahres 2008 wird u. a. das Ende der Habsburger Monarchie vor 90 Jahren rücken.

Auf die Frage, wie neues und vor allem junges Publikum für das Gerhart-Hauptmann-Haus gewonnen werden kann, erklärt Dr. Halder: „Wir wollen durch noch bessere Information und Gespräche mit den Landsmannschaften, den Vertriebenenverbänden und Institutionen des Ost-West-Dialoges sowie durch verstärkte Kontakte zu Hochschulen und Schulen erreichen, daß junge Leute erkennen, daß wir keine museale Einrichtung, sondern ein offenes Haus sind, das Geschichte und Tradition bewahrt und pflegt, sie aber auch interaktiv vermittelt und zu Information und Integration beiträgt.“

Dieter Göllner (KK)

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