Stiftung deutscher Kultur im Östlichen Europa - OKR
Kulturportal Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen

Ausgaben: Ausgabe 1402.

Kommunikation lebt von Partizipation

Die Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen eröffnet ihnen ein Forum

Kollektive Konzentration auf ein kollektives Gedächtnis und das Nachdenken darüber:
Tagungsteilnehmer im Haus Schlesien Königswinter
Bild: Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen

In ihrem Koalitionsvertrag bekennt sich die Bundesregierung dazu, die im Sinne des Kulturparagraphen 96 des Bundesvertriebenengesetzes tätigen Einrichtungen der Heimatvertriebenen, Aussiedler und deutschen Minderheiten als Träger des deutschen Kulturerbes des Ostens sowie im Geiste der europäischen Verständigung für die Zukunft zu ertüchtigen und die Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen zu stärken. Zur Umsetzung dieser Vereinbarung erarbeitet die Kulturstiftung derzeit, gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, ein Konzept zur Stärkung der eigenständigen Kulturarbeit, die bereits seit Jahren von den Vertriebenenorganisationen gefordert wird.

Bei der Auftaktveranstaltung am 18. und 19. Februar 2018 in Haus Schlesien (siehe auch unseren vorstehenden Beitrag), an der über 50 Vertreter von Kultureinrichtungen der Vertriebenen sowie der Museen, Institutionen der Wissenschaft und der kulturellen Breitenarbeit, ebenso Vertreter des Bundes der Vertriebenen und der Landsmannschaften teilnahmen, wurde eine Bilanz der Kulturarbeit gezogen. Moderiert von dem Leiter des Projekts der Kulturstiftung, Thomas Konhäuser, wurden dabei alle relevanten Problemfelder lebendig und konstruktiv diskutiert und Impulse für die Erarbeitung eines Förderkonzepts für die eigenständige Kulturarbeit gesetzt.

So bestand Einigkeit darüber, dass im Bund und in den Ländern der partizipative Ansatz nachhaltig gestärkt werden muss. Gewachsene Strukturen gehören auf den Prüfstand. Zur Erzielung von Synergieeffekten gilt es, Möglichkeiten einer verstärkten Kooperation zwischen den Kulturträgern der Heimatvertriebenen untereinander und mit anderen Kultureinrichtungen zu finden. Nachwuchsgewinnung, Professionalisierung der Öffentlichkeitsarbeit, die Rolle der Digitalisierung und eine engere Zusammenarbeit mit den deutschen Minderheiten im östlichen Europa wurden mit einem Blick in die Zukunft erörtert.

Die Anwesenden stimmten dem Vorsitzenden der Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen, Reinfried Vogler, zu, dass der Abbau von staatlicher Bürokratie bei Förderanträgen und die Schaffung einer nachhaltigen finanziellen Basis für die Kulturträger und deren Organisationen zwingend erforderlich seien. Im Hinblick auf die Erstellung von Förderanträgen könne eine von den Heimatvertriebenen getragene und staatlich geförderte zentrale Stelle wertvolle Unterstützung in Sachen Formalien leisten.

Zur Umsetzung der in der Koalitionsvereinbarung vorgesehenen Förderung der Kultur nach Paragraph 96 erarbeitet die Kulturstiftung ein Konzept zur Stärkung der Einrichtungen.

Für den Erhalt der insgesamt gefährdeten Heimatsammlungen sei gleichfalls eine zentrale Beratungsstelle notwendig. Der anwesende ehemalige Beauftragte der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten, Hartmut Koschyk, forderte zur Stärkung der eigenständigen Kulturarbeit u. a. eine Rückkehr zur direkten Zuordnung der regional zuständigen Kulturreferenten an die Landsmannschaften, wie dies bis zum Jahr 2000 der Fall war.

Weitere Workshops, die in den kommenden Monaten im Rahmen des Projekts der Kulturstiftung stattfinden, werden sich speziellen Themen und Problemfeldern widmen. Parallel zu den Workshops wird eine Online-Umfrage bei den Organisationen und Institutionen der deutschen Heimatvertriebenen, die nicht an den Workshops teilnehmen können, durchgeführt werden. In einer „Zukunftswerkstatt“ werden konkrete Vorstellungen der Heimatvertriebenen über eine künftige Struktur und Förderung ihrer Kulturarbeit benannt werden.

Eine abschließende Studie wird die wesentlichen Vorschläge zur Stärkung der eigenständigen Kulturarbeit der deutschen Heimatvertriebenen zusammenfassen. In diesem Zusammenhang sollen auch künftige Handlungsfelder der Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen sowie gewünschte Dienstleistungen der Kulturstiftung für die Organisationen der Heimatvertriebenen näher bestimmt und hierfür erforderliche strukturelle Voraussetzungen aufgezeigt werden. Die Ergebnisse werden der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, den Verbänden, Organisationen und Medien der Heimatvertriebenen/Aussiedler sowie weiteren Kultureinrichtungen zugeleitet werden.

Thomas Konhäuser (KK)

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