Stiftung deutscher Kultur im Östlichen Europa - OKR
Kulturportal Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen

Ausgaben: Ausgabe 1350.

Kultur braucht keinen Anlass

Doch nimmt sie gerne jeden wahr, wie etwa bei den Jagd- und Fischereitagen im Deutschordensschloss das Kulturzentrum Ostpreußen

Kultur-brauchtAlle Prunkräume des Deutschordensschlosses Ellingen sowie das Kulturzentrum Ostpreußen bildeten die Kulisse für die 1. Internationalen Jagd- und Fischereitage, die von Katharina Fürstin von Wrede und Carl Fürst von Wrede hier initiiert wurden. Peter Gauweiler war der Hauptredner am Eröffnungstag.

„Fischer und Jäger waren die ersten Naturschützer der Welt!“, mahnte Peter Gauweiler, Bundestagsabgeordneter und stellvertretender Vorsitzender der CSU, der von 1990 bis 1994 Bayerischer Staatsminister für Landesentwicklung und Umweltfragen war, die Notwendigkeit des Eingreifens von Menschen in die Natur an. Vor allem wo natürliche Feinde fehlen, sei eine Regulierung unabdingbar. Man müsse nur die Klagen der Landwirte über hohe Wildschäden verfolgen, für die ein Ausgleich nur mit modernster Logistik möglich sei. Und auch die Untere Jagdbehörde habe ihre Aufgabe, erläuterte der Jurist weiter, um die rechtliche Ummantelung der Fischerei und Jägerei sicherzustellen.

Allein das Waffenrecht mit seinen ständigen Änderungen müsse überwacht werden. „Aber ich schieße nur auf Blumen auf dem Oktoberfest und treffe selten“, meinte der Festredner.

Begonnen hatte die Ausstellung in der Deutschordensstadt mit einer Hubertusmesse, die Domvikar und Ellinger Stadtpfarrer Dr. Thomas Stübinger mit dem Jagdhornbläsern aus Weißenburg in der Schlosskirche zelebrierte. In seiner Predigt ging der Geistliche auf die Bibelstellen ein, in denen Jagd und Fischerei, teilweise auch nur im übertragenen Sinn, wie im Psalm 34: „suche Frieden und jage ihm nach“, oder in Gleichnissen wie jenem von den Fischern am See Genezareth, vorkommt.

In den Ausstellungsräumen selbst zeigten rund 150 Aussteller der Jagdwaffenbranche, Hersteller von optischen Geräten und viele weitere Anbieter ein breitgefächerte Angebot. Von der Jagdausrüstung bis zum Hochsitz, von der Lederhose bis zum Jagdschmuck und vom Arbeitsgerät bis zum Geländewagen reichten die Anregungen. Im Fisherman’s Village, im Schlossgarten mit großer Wiese, altem Baumbestand und Fischteich, war ein Themenpark für Angler angelegt.

Vorträge renommierter Fachleute, Auftritte internationaler Bläsergruppen, Gebirgs- und Böllerschützen, Jagdhunde- und Greifvogelvorführungen boten reichlich Abwechslung. Im Prunksaal der Residenz wurde eine einmalige Ausstellung mit Nymphenburger Porzellan geboten. Dazu zeigte das Kulturzentrum Ostpreußen Werke des mit dem Kulturpreis des Deutschen Jagdschutzverbandes ausgezeichneten Tiermalers Dieter Schiele sowie weitere Jagdszenen von Jörg Mangold.

Seinen Abschluss fanden die Jagd- und Fischereitage mit einem Vortrag von Leopold Prinz von Bayern zum Thema „Jagden bei den Wittelsbachern“, einer Hubertusmesse, die der Eichstätter Bischof Gregor Maria Hanke feierte, sowie einem großen Halali mit rund 100 Jagdhornbläsern.

Manfred E. Fritsche (KK)

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