Stiftung deutscher Kultur im Östlichen Europa - OKR
Kulturportal Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen

Ausgaben: Ausgabe 1331.

Kultur schwimmt gegen den Strom

So gelangte jene der Donauschwaben denn auch nach Ulm

Kultur-schwimmt-gegenVor kurzem ist im Donauschwäbischen Landesmuseum Ulm (DZM) die erfolgreiche Ausstellung „Heimatsachen. Donauschwäbische Grüße zum baden-württembergischen Geburtstag“ geschlossen worden.

Seit dem 1. März ist die Ausstellung „Die Gerufenen. Deutsches Leben in Mittel- und Osteuropa“ zu besichtigen. Grund genug, um zum einen die Ausstellungen und Veranstaltungen des Museumsjahres 2012 Revue passieren zu lassen, zum anderen die Höhepunkte dieses Jahres hervorzuheben.

Wie Museumsdirektor Christian Glass betont, stand 2012 im Zeichen des Jubiläums „Aufbruch von Ulm entlang der Donau 1712–2012“. Im Rahmen des städtischen Jubiläums organisierte das DZM zahlreiche Veranstaltungen und Ausstellungen, die in der Öffentlichkeit intensiv wahrgenommen wurden. Dies zeigt sich auch in den Besucherzahlen: Mit seinen Programmen konnte das DZM 2012 in Ulm 13 000 Besucher erreichen, deutlich mehr als in den Jahren zuvor. Die auswärts gezeigten Ausstellungen, die zusammen mit der Kulturreferentin durchgeführt wurden, verzeichneten in Deutschland zusätzlich 33 000 und im südosteuropäischen Ausland 67 000 Besucher. Die Gesamtzahl der Besucher von Ausstellungen und Veranstaltungen stieg damit im Jahr 2012 erstmals auf 113 000 an.

Eine der bedeutenden DZM-Ausstellungen war neben der Geburtstagspräsentation „Heimatsachen“ jene unter dem Titel „Schwaben an der Donau. Die Ansiedlung in Ungarn im 18. Jahrhundert und ihre Folgen“. Das DZM präsentierte in einer vielbeachteten Eigenproduktion mit Leihgaben aus dem In- und Ausland neueste Erkenntnisse zur Auswanderungsgeschichte. Die Wanderausstellung „Sathmar und die Sathmarer Schwaben“ wiederum stellt die multiethnische Region im Nordwestens Rumäniens vor. Bei einem „Sathmartag“ im Juni kamen über 400 Besucher, um die Region näher kennenzulernen und um die Kulturprogramme der Sathmarer Schwaben aus Baden-Württemberg sowie die Musik- und Theaterprogramme von Gästen aus der Region Sathmar mitzuerleben.

Gemeinsam mit der Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung und weiteren Kooperationspartnern führte das Museum im Frühjahr 2012 in Bad Radkersburg/ Steiermark die internationale Tagung „Vom ‚Verschwinden‘ der deutschen Minderheiten. Ein schwieriges Kapitel in der Geschichte Jugoslawiens 1941–1955“ durch. Eine der jüngsten Lesungen im DZM hielt Halil Ibrahim Kaplan. Das Buch „Das Dorf in der Fremde … von Kleinasien nach Deutschland“ ist ein persönliches Zeugnis türkisch-deutscher Geschichte und steht doch stellvertretend für viele Schicksale.

Christian Glass stellt in Aussicht: „Nach dem erfolgreichen Jahr 2012, das die Auswanderung vor 300 Jahren in den Mittelpunkt stellte, widmet sich das Donauschwäbische Zentralmuseum im Jahr 2013 einem aktuellen Thema. Und zwar geht es um Kroatien – das Land, das am 1. Juli als 28. Vollmitglied in die Europäische Union aufgenommen wird.“ Unter dem Titel „Kroatien im Fokus“ stellt das DZM die kulturelle Vielfalt des Landes vor. Von April bis Juli werden in drei Veranstaltungen fünf kroatische Gegenwartsautoren vorgestellt. Eine Ausstellung über das Land und die Geschichte der Deutschen hat das DZM in Kooperation mit Museen in Kroatien erarbeitet. So wird vom 26. April bis zum 23. Juni ein länderkundliches Panorama mit dem Schwerpunkt deutsche Kultur und Geschichte in den unbekannten Regionen im Osten Kroatiens unter dem Motto „Zwischen Adria und Donau. Kroatiens kulturelle Vielfalt“ gezeigt. „Zurückgelassen – Heimat als Erinnerung“, die Fotoausstellung von Silke Schwarz über den Alltag in ehemals deutschen Dörfern in Serbien, ist in Ulm von Juli bis Oktober zu besichtigen.

Von Oktober bis Jahresende steht die Ausstellung „Fromme und tüchtige Leute…“ auf dem Programm. Es geht um die deutschen Siedlungen in Bessarabien bis 1940.

Wie auch bisher wird das DZM nicht nur in Ulm, sondern auch in ganz Deutschland  und in den Ländern Südosteuropas aktiv sein. So soll zum Beispiel die DZM-Ausstellung „Migration im Donauraum. Die Ansiedlung der Deutschen im 18. Jahrhundert“ in rumänischen, ungarischen und serbischen Partnermuseen gezeigt werden.

(KK)

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