Stiftung deutscher Kultur im Östlichen Europa - OKR
Kulturportal Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen

Ausgaben: Ausgabe 1332.

Kulturritterlich

So merkwürdig das Wort sich liest, so zupackend ist seine Umsetzung durch die Vereinigten Kurländischen Stiftungen

KulturritterlichAuf ihrer Jahrestagung in Kronberg konnten die Stiftungsräte der VKS wieder auf erfolgreiche Projekte in Kurland, dem westlichen Teil Lettlands, im Jahr 2012 zurückblicken.

Zu den Prioritäten der Stiftung zählt die Erhaltung deutschen Kulturguts in Kurland. Auf Empfehlung des lettischen Kulturhistorikers Dr. Lancmanis begann die Sanierung der Dorfkirche in Kruthen/Krute, eines „seltenen Beispiels der Holzbaukunst Kurlands mit sehr wertvoller Innenausstattung“ aus dem Jahr 1642. Von höchster Priorität war die Erneuerung des Daches, das gerade noch vor dem Wintereinbruch fertiggestellt werden konnte. Die benötigten Mittel stellte zum größten Teil die deutsche Bundesregierung zur Verfügung. Die Stiftung übernahm die Restfinanzierung und die Projektorganisation, das Projektmanagement lag in den Händen der Immobilienabteilung „Pastorats“ der evangelisch-lutherischen Kirche Lettlands.

Im März 2013 begann die Stiftung in einer zweiten Bauphase die Sanierung des Mauerwerks und der Fundamente. Auch hierfür hat die Bundesregierung dankenswerterweise den größten Teil der Finanzierung aus dem Programm „Sicherung und Erhaltung von Bau- und Kulturdenkmälern im östlichen Europa“ zugesagt.

In der Gruft des herzoglichen Schlosses in Mitau/Jelgava ruhen die Gebeine der Kurländischen Herzöge in Sarkophagen, die im Krieg teilweise stark beschädigt worden sind. Für die Restaurierung haben die Kurländischen Stiftungen seit Jahren in ihrem Freundeskreis um Spenden geworben. Auf diese Weise wurden bisher vier Sarkophage wiederhergestellt. Im vergangenen Jahr konnte der Sarkophag der Herzogin Anna (1533–1602), der Gattin von Herzog Gotthard Kettler, den erfahrenen Restauratoren des Schlossmuseums Ruhenthal/Rundale zur Bearbeitung übergeben werden. Im Herbst 2013 soll der Sarkophag der Herzogin Anna feierlich wieder in die Gruft ihrer Familie überführt werden.

Neben diesen in der lettischen Öffentlichkeit vielbeachteten Projekten unterstützen die Stiftungen weiterhin bedürftige Kurländerinnen und Kurländer in aller Welt und haben zur Erfüllung des Stiftungszwecks im Jahr 2012 rund 106 000 Euro aufbringen können.

Die Vereinigten Kurländischen Stiftungen verdanken ihr Entstehen einer testamentarischen Verfügung, die Baronin Ada von Manteuffel, geborene Gräfin Apraxin, im Jahr 1914 zugunsten der Kurländischen Ritterschaft aussprach. Durch die Eingliederung der Dondangenschen Stiftung und eine Reihe weiterer Zustiftungen sind die Vereinigten Kurländischen Stiftungen heute in der Lage, bedürftige Damen und Herren der Kurländischen Ritterschaft in aller Welt zu unterstützen sowie zum Erhalt deutschen Kulturguts in Kurland beizutragen. Der Sitz der Stiftung ist in München. Sie wird von vierzehn Stiftungsräten geleitet, die alle ehrenamtlich tätig sind.

(KK)

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