Stiftung deutscher Kultur im Östlichen Europa - OKR
Kulturportal Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen

Ausgaben: Ausgabe 1354.

Kurland und -leute

In den Vereinigten Kurländischen Stiftungen leben sie weiter

KurlandIm Juni 2014 konnten die Vereinigten Kurländischen Stiftungen bei einem Festakt in Dresden auf ihre 100jährige Geschichte zurückblicken. Die Gründung von Ada Baronin Manteuffel aus dem Jahr 1914 mit dem Auftrag, ein Witwenstift aufzubauen, hat aufgrund der veränderten sozialen und politischen Umstände auch die Schwerpunkte der heutigen Stiftungsarbeit verlagert. Neben der Unterstützung bedürftiger Kurländer in aller Welt und der Vergabe von Studienstipendien liegen sie jetzt in der Rettung deutschen Kulturguts vor dem Verfall.

21 erfolgreiche Projekte konnten die Stiftungen in den letzten zehn Jahren in Kurland, dem westlichen Teil Lettlands, zum Abschluss bringen. 2014 galt es, die kleine Landkirche in Hasau/Užava zu sanieren. Für den Direktor des Schlossmuseums Ruhenthal/Rundale, Dr. Imants Lancmanis, nimmt der 1783 im Auftrag von Herzog Peter vollendete Bau „einen besonderen, aparten Platz in der Architekturgeschichte Lettlands“ ein. Eine große Seltenheit ist die herzogliche Loge gegenüber der Kanzel. Von höchster Priorität war die Erneuerung des Dachs, die gerade noch vor dem Wintereinbruch fertiggestellt wurde. Die benötigten Mittel stellte zum größten Teil die deutsche Bundesregierung zur Verfügung. Die Stiftung übernahm die Restfinanzierung und die Projektorganisation, das Projektmanagement lag in den Händen der Pastorats GmbH, der Immobilienabteilung der Evangelisch-lutherischen Kirche Lettlands.

Für 2015 bereitet die Stiftung die Dachsanierung der Kirche in Landsen/Landze vor. Durch die Deckung mit Dachpfannen soll die bestehende Schicht aus Schindeln vor Wettereinflüssen geschützt werden. Besonders wertvoll sind der Altar und die Kanzel der Kirche, ein Werk Nikolaus Söffrens d. J., des bedeutendsten kurländischen Bildhauers. Auch hierfür hat die Bundesregierung dankenswerterweise den größten Teil der Finanzierung aus dem Programm „Sicherung und Erhaltung von Bau- und Kulturdenkmälern im östlichen Europa“ zugesagt.

In der Gruft des herzoglichen Schlosses in Mitau/Jelgava ruhen die Gebeine der kurländischen Herzöge in Sarkophagen, die sich durch Kriegseinflüsse z. T. in einem beklagenswerten Zustand befinden. Für die Restaurierung haben die Kurländischen Stiftungen seit Jahren in ihrem Freundeskreis um Spenden geworben. Auf diese Weise wurden bisher sechs Sarkophage wiederhergestellt. Im vergangenen Jahr konnte der Sarkophag der Herzogin Sophie (1582–1610), der Gemahlin von Herzog Wilhelm, den erfahrenen Restaurateuren des Schlossmuseums Ruhenthal/Rundale zur Bearbeitung übergeben werden. 2015 wird der Sarkophag in einer feierlichen Zeremonie wieder in die Fürstengruft überführt.

Neben diesen in der lettischen Öffentlichkeit sehr beachteten Projekten unterstützen die Stiftungen weiterhin bedürftige Kurländerinnen und Kurländer in aller Welt und haben zur Erfüllung des Stiftungszwecks im Jahr 2014 über 90 000 Euro aufbringen können.

(KK)

«

»