Stiftung deutscher Kultur im Östlichen Europa - OKR
Kulturportal Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen

Ausgaben: Ausgabe 1265.

Literarhistorisches Vermächtnis

Arno Lubos: Literatur Schlesiens – Aufsätze und Vorträge. Literarische Landschaften. Herausgegeben im Auftrag der Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen von Frank-Lothar Kroll, Band 9. 165 S., broschiert, Verlag Duncker & Humblot, Berlin 2007, 34 Euro. Der Band ist zu beziehen über den Buchhandel oder über die Kulturstiftung, Kaiserstraße 113, 53113 Bonn, Telefon 0228/91512-0, kulturstiftung@t-online.de.

Aus der geplanten Sammlung für seine Arbeit exemplarischer, gleichwohl z.T. noch unveröffentlichter Aufsätze und Vorträge wurde unversehens eine Gedenkschrift: Am 14. November 2006 verstarb in Schweinfurt der in Coburg lebende Schriftsteller und Literaturwissenschaftler Arno Lubos. Seine zahlreichen Monographien und Aufsätze, nicht zuletzt seine dreibändige „Geschichte der Literatur Schlesiens“ von 1960 bis 1974, werden den Blick auf Schlesien als literarische Landschaft noch für Generationen maßgeblich prägen.

Den vorliegenden Band herauszugeben war Arno Lubos ein besonderes Anliegen, für das er in den letzten Monaten seines Lebens, trotz angegriffener Gesundheit, viel Arbeit und Mühe aufgewandt hat. Es wird hier die ganze Vielheit schlesischer Literatur in Überblicksdarstellungen und Einzeluntersuchungen aufgezeigt. Sowohl volkstümliche als auch ästhetisch herausragende Autoren und Werke werden vorgestellt, wobei Gebrauchs- und Wissenschaftsprosa einbezogen sind. Joseph von Eichendorff, Carl von Holtei, Jochen Klepper und Ernst Schenke sind unter den behandelten Autoren hervorzuheben.

Auch für einen literarisch aufgeschlossenen Nicht-Schlesier lohnt es sich, die Abhandlungen zu lesen. Es geht um deutsche Literatur von überregionalem Rang. Doch gibt es auch einen deutlichen provinziellen Aspekt: Die schlesische Literatur geht zu Ende. Keine Klage, aber eine leise, fast unmerkbare Trauer findet sich an einigen Stellen.

(KK)

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