Stiftung deutscher Kultur im Östlichen Europa - OKR
Kulturportal Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen

Ausgaben: Ausgabe 1321.

Literatur und Kunst

Der Verbundenheit eine Sprache geben

Medienpreis „Dialog für Deutschland“

Mit dem ersten Medienpreis „Dialog für Deutschland“ hat die Stiftung „Verbundenheit mit den Deutschen im Ausland“ in Berlin die in Buenos Aires erscheinende Wochenzeitung „Argentinisches Tageblatt“ ausgezeichnet. Das Blatt habe sich seit seiner Gründung 1887 auch in stürmischer und gefährlicher Zeit stets den Grundsätzen der Freiheit und der Demokratie verpflichtet, sagte Christoph Lanz, Multimedia-Direktor der Deutschen Welle und Sprecher der Jury.

Ein Ehrenpreis ging an die „Prager Zeitung“, die seit 1981 erscheint und sich stets aufmerksam und behutsam den Beziehungen zu den deutschsprachigen Nachbarländern gewidmet habe, sagte Lanz. Die „Prager Zeitung“ sei die erste Auslandspublikation im ehemaligen Ostblock gewesen, die sich neben den Angehörigen einer deutschen Minderheit auch gezielt, zeitgemäß und mit Erfolg deutschsprachigen Geschäftsleuten und Touristen als Lesergruppen widmete.

Der Preis soll eine Ermutigung sein für die oft schwierige Arbeit deutschsprachiger Medien im Ausland, sagte der Stiftungsratsvorsitzende Hartmut Koschyk, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister der Finanzen, bei der Übergabe des mit 5000 Euro dotierten Preises. Koschyk bekundete die Absicht der Stiftung, Medien aus Deutschland als Partner für deutschsprachige Zeitungen im Ausland zu gewinnen.

Nach den Worten von Bundestagspräsident Norbert Lammert gibt es im Ausland rund 2000 Periodika, die in deutscher Sprache erscheinen. Daneben gebe es an die 300 Rundfunk- und etwa 50 Fernsehstationen, die in deutscher Sprache senden. Sie alle zusammen erreichten ungefähr drei Millionen Menschen. Lammert bedauerte bei der Preisverleihung, daß der Stellenwert der deutschen Sprache in den letzten Jahren kontinuierlich zurückgegangen sei. Hätten beispielsweise noch 2005 fast 17 Millionen Menschen auf der ganzen Welt Deutsch als Fremdsprache gelernt, sei die Zahl im Jahr 2010 bereits um 2,7 Millionen Menschen geschrumpft. Für die schwindende Bedeutung der deutschen Sprache machte Lammert unter anderem das „aktive und passive Verhalten der Eliten unseres Landes“ verantwortlich. Vor dem Hintergrund der „Leidensgeschichte Rechtschreibreform“ warf Lammert außerdem der Politik einen unnötigen Gestaltungsehrgeiz für Dinge vor, für die sie ganz offenkundig nicht zuständig sei.

Kay Lindemann, dem Stiftungsvorsitzenden und Geschäftsführer des Bundesverbandes der Automobilindustrie, zufolge werden deutschsprachige Medien im Ausland trotz Internet weiterhin Bedeutung haben. Nach den Worten Lindemanns haben sich 28 Zeitungen und Zeitschriften aus der ganzen Welt an dem Medienpreis beteiligt. Die Jury setzte sich zusammen aus Vertretern der Deutschen Welle, der Internationalen Medienhilfe (IMH), mehrerer politischer Parteien, des Bundespresseamtes und des Auswärtigen Amtes. Prominenter Juror war außerdem der Fernsehmoderator Dieter Kronzucker.

Stephan Herbert Fuchs (KK)

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