Stiftung deutscher Kultur im Östlichen Europa - OKR
Kulturportal Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen

Ausgaben: Ausgabe 1328.

Literatur und Kunst

Die Königin der Instrumente soll wieder regieren

Orgel-Stiftung Petrikirche Riga

Die letzte Orgel der Rigaer Petrikirche wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört. Nach dem Krieg wurde die Kirche bis zum Jahr 1984 wiederaufgebaut – jedoch als Ausstellungs- und Konzertraum und ohne Orgel. Zwei Versuche lettischer Idealisten, wieder eine Orgel zu installieren, scheiterten an den Finanzen.

Die St. Petrikirche gehört zusammen mit dem Dom zu den ersten beiden großen Gotteshäusern, die zu Beginn der Christianisierung im Baltikum im 12. und 13. Jahrhundert in Riga gebaut wurden. Wie die Altstadt Rigas gehört auch die Petrikirche seit 1997 zum Weltkulturerbe der UNESCO.

Neben der kirchlichen weist sie auch eine großartige internationale musikalische Tradition auf. Dafür steht nicht zuletzt das Schaffen des im 18. Jahrhundert dort tätigen Organisten Johann Gottfried Müthel, der Johann Sebastian Bachs letzter Schüler war. Mit dem Bau einer barockorientierten neuen Orgel soll an diese durch die Kriegszerstörung der Petrikirche abrupt abgebrochene Tradition angeknüpft werden. Zu diesem Zweck wurde die „Orgel- Stiftung Petrikirche Riga“ mit Sitz in LV-1010 Riga, Albertstrasse 13, gegründet. Unter der Schirmherrschaft von Gidon Kremer und unter der Leitung von Rudite Livmane- Lindenbeck, Babette Baronin von Sass und Professor Valters Nollendorfs hat sie sich zur Aufgabe gemacht, dieser Kirche im Herzen von Riga eine neue Barockorgel zu bauen. Die 1734 vom Orgelbauer Gottfried Kloosen erbaute, bis 1884 in der Petrikirche befindliche Barockorgel soll rekonstruiert werden. Damit soll aber nicht nur die Petrikirche, sondern auch die Musikkultur Rigas um ein Vielfaches bereichert werden.

Der Instrumentenbau ist seit jeher ein sich im internationalen Austausch entwickelndes Gewerbe. Der Orgelneubau in der Petrikirche wird vom Baltischen Orgelzentrum in Stralsund betreut und soll durch möglichst viele im Baltikum ansässige Beteiligte und Ausführende erfolgen, die sich zugleich mit weiteren kompetenten Partnern im europäischen Ausland austauschen. In diesem Sinne wird mit dem Orgelprojekt in der Petrikirche insbesondere auch das Ziel eines Ausbildungs-, Weiterbildungs- und Wissenschaftsprojekts vor Ort verfolgt. Der Bau der neuen Orgel in der Petrikirche kann nur im internationalen Zusammenwirken von Wissenschaft, Kunst, Handwerk, engagierten Firmen und all denen gelingen, die sich mit Riga und der lettischen Kulturnation verbunden fühlen.

Ergänzende Auskünfte erteilt die Vorstandsvorsitzende der Orgelstiftung, Babette Baronin von Sass, Oehlertplatz 6, D–12169 Berlin, bvsass@web.de, außerdem finden sie sich unter www.peters-churchorgan-riga.com. Am 4. Februar, 19.30 Uhr, gibt in der Peterskirche in Basel Babette Mondry, Organistin der Kirche, gemeinsam mit lettischen und Schweizer Musikern ein Benefizkonzert.

(KK)

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