Stiftung deutscher Kultur im Östlichen Europa - OKR
Kulturportal Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen

Ausgaben: Ausgabe 1332.

Literatur und Kunst

Karl Eulenstein im Ostpreußischen Landesmuseum – und auf unserem Titel

Die volle, dunkle, leuchtende Farbigkeit fällt den Betrachtern auf Anhieb ins Auge. Die Farbe beherrscht die Formen, und damit gelingt es dem Maler, die erlebten Elemente Wasser, Licht, Erde und Wetter unmittelbar auszudrücken. Mit Karl Eulenstein setzt das Ostpreußische Landesmuseum seine Ausstellungsreihe mit Künstlern des Expressionismus bzw. des Expressiven fort. Der 1892 im ostpreußischen Memel, heute Klaipeda (Litauen), geborene Karl Eulenstein studierte bis 1923 an der Königsberger Kunstakademie, ab 1926 arbeitete er freischaffend in Berlin.

Eulenstein hatte engste Verbindungen zur Kurischen Nehrung, so dass er zu den herausragenden Vertretern der Künstlerkolonie Nidden gehört. Das Schaffen Eulensteins hat sich wie sonst bei keinem Maler zu allergrößten Teilen mit der Kurischen Nehrung und dem Memelland auseinandergesetzt. In Stil und Darstellung war Eulenstein recht eigenständig. Er wurde ein tiefgehender Schilderer der Landschaft rund um das Kurische Haff, indem er ihre Menschen und ihre Umwelt in starken, meist dunkleren Farben und schweren Formen gestaltete.

Die unheroischen Figuren, die schwermütige Stimmung seiner Bilder waren alles andere als konform im Sinne der Ideologie im „Dritten Reich“. Im Zuge der Aktion „Entartete Kunst“ wurden 1937 zwei seiner Arbeiten beschlagnahmt. Nach 1945 näherte er sich dann weiter dem Expressionismus an und entwickelte entsprechende Formen in seinem Werk. Eulenstein gehört neben Ernst Mollenhauer zu den wichtigsten ostpreußischen Spätexpressionisten.

(KK)

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