Stiftung deutscher Kultur im Östlichen Europa - OKR
Kulturportal Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen

Ausgaben: Ausgabe 1313.

Literatur und Kunst

Sie mündet ins Schwarze Meer und in Kunst

Die Donau als Band und Verbindung zwischen Kulturräumen „durchströmt“ gleich drei Ausstellungen

Die Donau verbindet vom Schwarzwald bis ans Schwarze Meer Kultur- und Wirtschaftsräume, die trotz unterschiedlicher Sprachen und Kulturen auch zahlreiche, geschichtlich bedingte Gemeinsamkeiten haben. Seit 2010 verfolgt die EU eine eigene Strategie für die Donauregion mit 14 Ländern, um diesen neuen „transnationalen Raum“ zu fördern. Durch die Kultur und Geschichte der Donauschwaben und anderer deutscher Siedler im südöstlichen Europa ist Deutschland in besonderem Maße mit dieser Großregion Europas, ihren Staaten, Regionen und Völkern verbunden. Drei Ausstellungen beschäftigen sich im Herbst 2011 mit der Kunst und Kultur der Länder an der Donau.

In Regensburg zeigt das Kunstforum Ostdeutsche Galerie im Rahmen der „donumenta 2011“ die bislang größte Ausstellung zeitgenössischer Kunst aus Serbien in Deutschland. „Views: Visions – sketches of Serbian art after 2000“ heißt die Sonderausstellung (noch bis zum 30. Oktober 2011) mit Arbeiten von Ana Adamovic, Biljana Djurdjevic, Uros Djuric, Ivan Grubanov, Sinisa Ilic, Dorijan Kolundzija, Ivan Petrovic, Milica Tomic, dem Künstlerkollektiv Skart sowie einer umfangreichen Videokompilation weiterer junger Künstler. „Die zeitgenössische serbische Kunst formuliert Perspektiven im doppelten Sinne“, erklärt Kurator Miroslav Karic. „Das Kunstwerk ist zum einen das Ergebnis ästhetischer Wahrnehmung. Es spiegelt und signalisiert zum anderen aber auch die politischen und gesellschaftlichen Zukunftsbilder Serbiens.“ Die „donumenta 2011“ ist Höhe- und Schlußpunkt eines seit 2003 europaweit erfolgreichen, länderthematisch gebundenen Ausstellungskonzepts und Kulturfestivals.

Kunst und Kultur des Donauraums machte das Kunstforum Ostdeutsche Galerie auch zum Thema des Internationalen Symposiums „Donau – wohin? Die Zukunft einer Wiege europäischer Kultur“.

In Villingen-Schwenningen wurde am 13. Oktober im Landratsamt Schwarzwald-Baar-Kreis die erste Station der Wanderausstellung „Der Mensch. Der Fluss. Malerei aus den Donauländern“ eröffnet. Bis August 2013 wird sie auch in Tulcea/Rumänien, Sofia/Bulgarien, Neusatz (Novi Sad)/Serbien, Esseg (Osijek)/Kroatien, Fünfkirchen (Pécs)/Ungarn, Preßburg (Bratislava)/Slowakei, Krems/Österreich sowie zum Schluß in Ingolstadt und Ulm zu sehen sein.

Das Kunstprojekt wagt eine einzigartige Symbiose der bildenden Kunst mit der Geschichte und den Mythen des Donaustromes, will reale und ideologische Entfernungen überwinden und Länder und Kulturen verbinden. Künstlerinnen und Künstler aus den Ländern von der Quelle bis zur Mündung der Donau präsentieren ihre individuelle Sicht auf den Fluß und seine Menschen. So unterschiedlich wie Herkunft und persönliche Prägung der 18 jungen Kreativen sind, so vielfältig ist ihre Art des Ausdrucks. Sie beschäftigen sich mit der politischen und persönlichen Situation des Menschen, mit Gemeinschaft, Nachbarschaft, Migration sowie mit der zeitlosen Erhabenheit der Natur, mit Fluß und Wasser als ursprünglichem Element, entwickeln assoziative phantastische Vorstellungen und vieles mehr.

Die Ausstellungsstätten der Wanderausstellung machen die Geschichte des Gebietes und seiner Menschen wie auch die jetzige Lage der Region gegenwärtig und sollen an die gemeinsame europäische Geschichte erinnern. Die Kunstwerke werden dabei zu Medien, die den Donaustrom als „völkerverbindendes Geschenk der Natur“ zeigen und sowohl Ein- als auch Ausblicke ermöglichen. Die Ausstellung wurde von Martin Rill vom Donauschwäbischen Zentralmuseum Ulm und Swantje Volkmann, Kulturreferentin für Südosteuropa, konzipiert und in internationaler Zusammenarbeit mit Kuratoren und Künstlern aus den Donauländern erarbeitet.

In Ulm präsentiert eine Ausstellung des Donauschwäbischen Zentralmuseums in Zusammenarbeit mit der Modernen Galerie Zagreb bis zum 8. Januar 2012 die Ausstellung „Um 1900 – Kroatische Kunst im europäischen Kontext“. Die Schau ermöglicht erstmals einen umfassenden Einblick in das Schaffen kroatischer Künstler vom letzten Drittel des 19. bis zum ersten Drittel des 20. Jahrhunderts. Noch nie waren so viele originale Werke kroatischer Kunst in einer Ausstellung in Deutschland zu sehen: Zu Gast sind über 80 Gemälde und Skulpturen, die beispielhaft die Öffnung zur Moderne innerhalb der kroatischen bildenden Kunst und das breite Repertoire kroatischer Kunstschaffender zeigen. Die in der Heimat als Münchner Kreis und in München als Kroatische Schule bekannten Maler Josip Racic, Miroslav Kraljevic, Vladimir Becic und später auch Oskar Herman und Nasta Rojc zählten zu den Begründern der kroatischen Moderne. Die Ausstellung macht die historischen und kulturellen Verbindungslinien des zukünftigen EU-Mitgliedstaates aus dem Südosten Europas mit  der Kunst in den Ländern Mittel- und Westeuropas deutlich. Kuratorin ist die Kunsthistorikerin Ivana Roncevic Elezovic aus Agram (Zagreb).

Das Kunstforum Ostdeutsche Galerie Regensburg, das Donauschwäbische Zentralmuseum Ulm und die Kulturreferentin für Südosteuropa werden gefördert vom Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien. Kontakt: Maria Luft, Bundesinstitut für Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa, Johann-Justus-Weg 147a, 26127 Oldenburg, Telefon 044/6195-27, Maria.Luft@bkge.uni-oldenburg.de, www.bkge.de.

(KK)

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