Stiftung deutscher Kultur im Östlichen Europa - OKR
Kulturportal Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen

Ausgaben: Ausgabe 1316.

Literatur und Kunst

Mit dem Pinsel Ursprüngliches ertasten

Ausstellungen und Vorhaben des Kulturzentrums Ostpreußen

Ein umfangreiches Ausstellungs- und Veranstaltungsprogramm hat das Kulturzentrum Ostpreußen im Deutschordensschloß in Ellingen für das kommende Jahr vorbereitet. Die erste Ausstellung mit dem Titel „Richard Birnstengel & Georg Gelbke – Ostseebilder von Darß und Nehrung“ wurde jetzt eröffnet. Sie zeigt zahlreiche Werke der beiden aus Sachsen stammenden Maler.

Der 1881 in Dresden geborene Birnstengel sowie der ein Jahr jüngere, in Rochlitz geborene Gelbke lernten sich beim Studium an der Kunstakademie in Dresden kennen. Sie hatten viele Gemeinsamkeiten und unternahmen Studienreisen nach Böhmen, Paris, Korsika und Dalmatien. Sie hatten ihre Ateliers in Dresden und unterrichteten die Töchter eines Dresdner Gutsverwalters in der Malkunst, mit der Folge, daß jeder von ihnen eine der Töchter heiratete. Birnstengel zog es 1930 an die Kurische Nehrung, wo er in Nidden ein Haus erwarb. Gelbke besuchte ihn dort mehrmals. Gemeinsam schufen sie Gemälde, die sich in der Thematik ähneln. Dies wird in der in Ellingen eröffneten Ausstellung deutlich.

In den Maltechniken Aquarell, Kohle und Öl auf Leinwand werden Menschen und Landschaften in Ostpreußen dargestellt. So sind zahlreiche ausdrucksvolle Landschaftsbilder in kräftigen Farben zu sehen. Diese lassen Blicke auf den ostpreußischen Himmel am Wasser offen, zeigen die Gewalt des Windes über den Dünenlandschaften und in den Wäldern und geben einen Einblick in die mühevolle Arbeit der Fischer und Bootsbauer. Zudem sind ausdrucksvolle Porträts zu sehen.

Die Ausstellung mit vielen Werken aus Privatbesitz ist durch zahlreiche Leihgaben aus dem Kulturhistorischen Museum der Hansestadt Stralsund ergänzt, das einen großen Teil des bis zu seinem Tod 1968 in Sassnitz, auf Usedom und auf dem Darß wirkenden Malers Richard Birnstengel besitzt. In dessen Bestand befinden sich aber auch Gemälde des bereits 1947 verstorbenen Georg Gelbke. Daneben zeigt die Ausstellung in Ellingen Malutensilien, Skizzenbücher und Karikaturen der beiden mit Ostpreußen verbundenen Künstler.

Die Ausstellung wird im Kulturzentrum Ostpreußen bis zum 25. März zu sehen sein.

In der Zeit vom 31. März bis zum 22. Juli folgt unter dem Titel „Das Ermland – ein Vogelparadies“ ein Überblick über die dortige Vogelwelt, den der Fotograf Andrzej Waszczuk zusammengestellt hat. Nach den Fotografien veranschaulicht vom 28. Juli bis zum 2. Dezember eine Sonderausstellung mit dem Titel „Zoppot – Cranz – Rigaer Strand“ die Ostseebäder im 19. und 20. Jahrhundert. Zudem wird bis Ende März die bereits laufende Kabinettausstellung über den ostpreußischen Naturschriftsteller Walter von Sanden gezeigt. Im April folgt zum 125. Geburtstag des Schriftstellers Ernst Wiechert die Schau „Auf der Suche nach dem einfachen Leben“, und ab Oktober werden „Fotografien um die Jahrhundertwende“ zu sehen sein, die Hermann Ventzke mit der Plattenkamera aufgenommen hat.

Vom Kulturzentrum Ostpreußen werden weiterhin die Dauerausstellungen in den ostpreußischen Städten Stuhm, Saalfeld, Preußisch Holland, Lyck und Lötzen betreut, ebenso wie der Ostpreußenraum im Altvaterturm auf dem Wetzstein im Thüringer Wald. Die Wanderausstellungen „Historische Landkarten“ und „Der Deutsche Orden“ sind 2012 in den Städten Stolp und Köslin zu sehen.

(KK)

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