Stiftung deutscher Kultur im Östlichen Europa - OKR
Kulturportal Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen

Ausgaben: Ausgabe 1265.

Museale Lebendigkeit

In Minden und in Wesel präsentiert das Land Nordrhein-Westfalen seinen Bezug zur preußischen Vergangenheit

Die Preußenmuseen zu Wesel und Minden zeigen unter dem Titel „Grimms Mädchen“ eine Ausstellung mit Frauendarstellungen aus dem umfangreichen Werk des Beuys-Schülers Alfred Grimm. Zu sehen sind Zeichnungen, Gouachen sowie Arbeiten in Acryl und Öl, die Porträts meist jüngerer Frauen – alleine, als Paar oder in der Gruppe. Der 65jährige niederrheinische Künstler präsentiert sich diesmal vorrangig als Meister der Variation und der spontanen Improvisation. Die Ausstellung war bis zum 19. Oktober in Wesel und ist vom 30. November 2008 bis zum 1. Februar 2009 in Minden zu besichtigen.

Die Räumlichkeiten in Minden beherbergen bis zum 16. November 2008 eine weitere interessante Schau unter dem Motto „Eiserne Porträts – 200 Jahre Eisenkunstguß in Preußen und Europa“. Am Beispiel des Porträts in seinen verschiedenen Formen von Statuette, Büste, Plakette oder auf Medaillen demonstriert das Preußen-Museum NRW die Vielfalt künstlerischer Ausdrucksmöglichkeiten im Material Eisen. Die eigentlichen Porträtdarstellungen werden durch andere Objekte des Eisenkunstgusses ergänzt.

Fast 350 Jahre staatlicher Zugehörigkeit verbanden große Teile des Rheinlandes und Westfalens mit Brandenburg-Preußen. Zeugnisse, Spuren und Auswirkungen dieser nicht unproblematischen Beziehung sind bis heute vorhanden. Das Preußen-Museum Nordrhein-Westfalen thematisiert die wechselseitigen Prägungen und Impulse, Konflikte und Kompromisse an zwei Standorten in Minden und in Wesel. Die Besucher der beiden musealen Einrichtungen werden zu einer Reise durch die Vergangenheit Brandenburg-Preußens im Westen eingeladen. Dabei wird auch der Gesamtstaat Preußen von den rheinischen und westfälischen Regionen aus in den Blick genommen. Zahlreiche originale Objekte, aufwendige Inszenierungen und moderne Medien lassen den Museumsrundgang zu einem Erlebnis und Geschichte greifbar nahe werden.

In der ostwestfälischen Stadt Minden im Kreis Minden-Lübbecke wird die Geschichte Preußens in Westfalen in der imposanten ehemaligen Defensionskaserne am Simeonsplatz aufgearbeitet. Auf rund 2000 Quadratmetern Ausstellungsfläche wird illustriert, wie der Staat Preußen die Menschen in diesem geographischen Raum geprägt hat. Eine zentrale Aufgabe des Museums liegt darin, die heute in der Region lebenden Generationen aufzuklären und zu ihren Wurzeln zurückzuführen. Die Dauerausstellung „Der Deutsche Orden in Preußen und Livland“ führt bis in die mittelalterliche Vorgeschichte des neuzeitlichen Staates Preußen zurück.

In Wesel wiederum steht der Bereich „Lebens-Zeichen“ im Mittelpunkt – eine atmosphärisch dichte Präsentation der privaten Sammlung Abresch. Sie beleuchtet unmittelbar die Nachkriegszeit, als der Staat Preußen aufgelöst wurde, bis in die 50er Jahre. Das Preußen-Museum NRW in Wesel ist in einem ehemaligen Proviantmagazin der Festungszitadelle untergebracht. Das historische Gebäude wurde durch ein modernes Foyer mit dem Hauptwall der Zitadelle verbunden. Das Museum verfügt in drei Stockwerken über 1500 Quadratmeter Fläche für die Dauerausstellung, weitere 600 Quadratmeter werden für anderweitige Veranstaltungen genutzt.

Dieter Göllner (KK)

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