Stiftung deutscher Kultur im Östlichen Europa - OKR
Kulturportal Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen

Ausgaben: Ausgabe 1353.

Museen und Musen

Rundblick in die Kultureinrichtungen mit Blick nach Osten

Museen-und-MusenBei der Ausstellungseröffnung des Bergischen Künstlerbundes im Oberschlesischen Landesmuseum von Ratingen-Hösel herrschte großer Andrang. Rund 130 Gäste waren neugierig auf die neuen Arbeiten der 20 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die eine große Bandbreite künstlerischer Ausdrucksmöglichkeiten vorstellten. Zu sehen waren Acrylbilder in zartem Pastell mit feinem Bleistiftstrich, kreativ gestaltete Schmuckstücke, großformatige Tierbilder, ungewöhnliche Skulpturen, ausdrucksstarke Porträts und fein gesponnene, raumgreifende Installationen. Wie OSLM-Direktor Dr. Stephan Kaiser betonte, hat das Haus auch in der Vergangenheit seine Tore für Kunstausstellungen des Kreises Mettmann geöffnet und sich guter Besucherresonanz erfreut. Übrigens: Der regionale Künstlerverein ist „hauslos“ und zugleich in allen zehn Städten des heutigen Kreisgebietes und darüber hinaus beheimatet.

Bis zum 6. April ist im OSLM auch noch die Trilogie „HeimatWeh – Zu Hause in Europa“ zu besichtigen. Ab 8. März zieht die Ostereierschau mit schlesischen Bräuchen ein.

Bis zum 1. März ist im Schlesischen Museum zu Görlitz noch die vom Haus Schlesien in Königswinter-Heisterbacherrott erarbeitete Pfefferkuchen-Schau zu sehen. Das Görlitzer Museum hat die „Reise der Sinne“ durch 900 Jahre Esskultur in Mitteleuropa durch zahlreiche Leihgaben des Stadt- und Pfefferkuchenmuseums Pulsnitz, des Museums „Alte Pfefferküchlerei“ der Stadt Weißenberg und des Muzeum Etnograficzne we Wrocławiu/Ethnografisches Museum Breslau ergänzt. Hinzu kommen weitere Exponate aus dem hauseigenen Bestand.
Für den 4. März ist in Görlitz eine literarische „Sagenhafte Reise durch Schlesien“ in Begleitung von Magdalena Maruck geplant.

Ein Literaturevent der besonderen Art findet am 21. März statt. Im Rahmen des 7. Schlesischen Nach(t)lesens – 7. Wieczór Literacki nad Nysą – werden in den an beiden Ufern der Neiße liegenden Schwesterstädten Görlitz und Zgorzelec Texte von deutschen und polnischen, auswärtigen und einheimischen Autoren über die Städte und die Region vortragen. Der literarische Spaziergang beginnt in Zgorzelec mit einem stadtgeschichtlichen Familienprogramm im historischen Scultetus-Hof. Gelesen wird u. a. aus dem Kinderbuch „Der Reichenbacher Turm“ in Anwesenheit der Autorin und der Übersetzerin, Ingrid Rosin und Hanna Majewska. Gäste des Abends sind der in Zgorzelec gebürtige Autor und Wahl-Breslauer Zdzislaw Smektała und der Historiker Gerassimos Alexatos.

Noch bis zum 8. März 2015 sind im Haus Schlesien von Königswinter-Heisterbacherrott die Ausstellungen „Der Kreisauer Kreis – Neuordnung im Widerstand gegen den Nationalsozialismus“ sowie „Verbotene Kunst“ mit Bildern von Karl Schmidt-Rottluff für Helmuth James von Moltke geöffnet.

Ab 15. März 2015 steht die Ausstellungsreihe „Von der Erinnerung geprägt“ erneut im Fokus der Aufmerksamkeit. In der Sonderausstellung „Gebogt, Gestuft, Gezackt – Als das Moderne modern wurde“ werden Porzellane im Stil des Art déco aus der Sammlung von Margret und Gerhard Schmidt-Stein vorgestellt. Am 19. März ist im Rahmen der „Schlesischen Dreiviertelstunde“ eine öffentliche Führung zum Schwerpunkt „Art déco in der angewandten Kunst“ geplant. Am 15. März wird im Eichendorffsaal von Haus Schlesien die Ausstellung „Zeit-Reisen“ mit historischen Schlesien-Ansichten aus der Graphiksammlung Haselbach eröffnet.

Museen-und-Musen2Trotz des Umbaus bietet das Ostpreußische Landesmuseum Lüneburg auch weiterhin Veranstaltungen im kleineren Umfang bzw. bei Kooperationspartnern an. So ist am 18. März im Heinrich-Heine-Haus in Lüneburg eine Autorenlesung mit Arno Surminski geplant. In den Erzählungen seines neuen Bandes „Als der Krieg zu Ende ging“ beschreibt Surminski die Nachwirkungen des Krieges und schildert Erlebnisse aus jener Zeit.

Bis zum 12. April ist in der Lilienthaler Kunststiftung die externe Sonderausstellung „Künstlerkolonie Nidden – Paradies auf der Kurischen Nehrung“ des Ostpreußischen Landesmuseums zu sehen. Anhand von über 100 Gemälden und Dokumenten werden die großen künstlerischen Leistungen von Malern wie Lovis Corinth, Karl Schmidt-Rottluff oder Max Pechstein gezeigt.

Auch im Lötzener Heimatmuseum von Neumünster geht es vom 22. März bis zum 5. Juli um die Kurische Nehrung. In der Ausstellung „Zwei Teile – ein Ganzes“ sind Eindrücke einer Malreise auf die Nehrung zu sehen, die die Lüneburger Künstlerin Gudrun Jakubeit im Juli 2014 durchgeführt hat. Das Ausstellungsprojekt ist in Zusammenarbeit mit dem Ostpreußischen Landesmuseum und dem Kulturreferat für Ostpreußen realisiert worden.

Bis zum 3. Mai haben Besucher die Möglichkeit, im Ulmer Donauschwäbischen Zentralmuseum die Ausstellung „Gyula das Tauschkind – Kindheit und Jugend bei den Donauschwaben“ zu besichtigen.

Ein Programmhöhepunkt des Hauses ist das zweiteilige Dialogseminar „Meine Heimat – Spurensuche entlang der Donau“, das am 14. März startet. Der Direktor des Hauses, Christian Glass, bietet in seinem Bildervortrag „Das DZM in Ulm – ein europäisches Museum“ Einblicke in Tätigkeit und Aufgaben der im Jahr 2000 eröffneten Einrichtung. Das Thema „Kindheit und Jugend im multiethnischen Umfeld“ wird durch den Dialogrundgang durch die Sonderausstellung „Gyula das Tauschkind“ vertieft.

Der zweite Teil der Veranstaltung ist für den 18. April anberaumt. Auf den von Swantje Volkmann und Jörg Zenker durchgeführten Theater-Workshop „Das Wandern ist … Lust?“ folgt eine Exkursion zu verschiedenen Orten in Ulm, die einen Bezug zur donauschwäbischen Geschichte haben.

Das Sudetendeutsche Haus in München widmet am 20. März dem Komponisten Erich Wolfgang Korngold ein „musikalisches“ Porträt. Die Veranstaltung „Licht! Kamera! Korngold!“ präsentiert einige Stationen aus dem Leben Korngolds, die musikalisch und filmisch in Szene gesetzt werden. Das „musikalische Porträt“ mit Iris Marie Kotzian (Sopran), Christoph Weber (Klavier) und Philipp Moschitz (Sprecher) deckt eine breite Zeitspanne ab – von den „goldenen“ Wiener Jahren bis hin zu den großen Hollywood-Erfolgen. Der 1897 in Brünn geborene und 1957 in Los Angeles verstorbene Komponist, Dirigent und Pianist gilt heute als das letzte musikalische Wunderkind. Er hat mit nur elf Jahren seine erste Ballettmusik „Der Schneemann“ komponiert. In Hollywood erfand Korngold die bis dahin unbekannte symphonische Filmmusik. Veranstalter des Programms sind die Heimatpflegerin der Sudetendeutschen und das Sudetendeutsche Musikinstitut, Träger sind der Bezirk Oberpfalz und das Haus der Heimat Baden-Württemberg.

Das „musikalische“ Porträt Korngolds wird übrigens als gemeinsame Veranstaltung mit der Sudetendeutschen Landsmannschaft Düsseldorf am 26. März 2015 auch im Gerhart-Hauptmann-Haus aufgeführt.

Die Düsseldorfer Einrichtung beteiligt sich an den Jüdischen Kulturtagen im Rheinland mit der Ausstellung „Russen Juden Deutsche. Fotografien von Michael Kerstgens seit 1992“. Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen 40 Bilder, die sich mit den sozialen und religiösen Herausforderungen beschäftigen, denen jüdische Zuwanderer gegenüberstehen. Die Fotografien erweitern den historischen Blick auf das Thema Migration um eine aktuelle Facette. Zu sehen sind Motive, die unter anderem religiöse Feiern und Feste, das Leben in Übergangswohnheimen, die berühmte „Russendisko“ im Kaffee Burger und Familienszenen zeigen. Die in Kooperation mit dem Jüdischen Museum Berlin ausgerichtete Ausstellung ist in Düsseldorf vom 9. März. bis zum 30. April geöffnet.

Dieter Göllner (KK)

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