Stiftung deutscher Kultur im Östlichen Europa - OKR
Kulturportal Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen

Ausgaben: Ausgabe 1248.

Neues aus der alten Zeit des Ordenslandes

Der Band 58 des neuen Westpreußen-Jahrbuches auf das Jahr 2008 ist wieder recht umfangreich ausgefallen: auf 189 Seiten mit 21 Abbildungen im Text und neun ganzseitigen Farbtafeln im Anhang werden zehn Aufsätze mit ganz unterschiedlichen Themen über Westpreußen und drei Gedichte präsentiert. Das Vorwort vom Vorsitzenden der Landsmannschaft Westpreußen und dem Herausgeber weist darauf hin, daß noch in diesem Jahr der Registerband für die Bände 28 bis 55 erscheinen und dadurch das Suchen nach bestimmten Themen oder Personen in den bisherigen Bänden wesentlich erleichtert wird.

Am Beginn des Jahrbuches steht ein Aufsatz von Günter Hagenau über ein selten oder kaum behandeltes Thema: Eisenerzabbau im Ordensland. Hans-Jürgen Kämpferl schildert im Überblick die Geschichte des Akademischen Gymnasiums in Danzig aus Anlaß des 450jährigen Gründungsjubiläums. Der Barockmusiker Christoph Bernhard, der lange Jahre in Danzig gewirkt und dort das Akademische Gymnasium besucht hat, wird von Archimandrit Irenäus Totzke gewürdigt.

Denkmalschutz ist zwar ein Begriff aus unserer Zeit, doch schon im 19. Jahrhundert hat es Vergleichbares in Westpreußen gegeben. Dr. Jürgen W. Schmidt schildert die entsprechenden Bemühungen und Ergebnisse der Preußischen Zentral- und Provinzialbehörden. Fritz Pfaffl gibt eine Übersicht über die Gründung und das Wirken dreier naturwissenschaftlicher Vereinigungen in Bromberg, Thorn und Posen mit ihren Veröffentlichungen und führenden Persönlichkeiten. Gerhard Werner berichtet wieder über Gerichtsentscheidungen vor hundert Jahren, aus denen manches über den damaligen Alltag herausgelesen werden kann.

Auch in diesem Band des Westpreußen-Jahrbuches berichtet Dr. Jürgen W. Schmidt über Nationalitätenkampf und Spionage in Westpreußen in den Jahren 1920 bis 1938. Dr. Meinhold Lurz schildert ausführlich die kurze Zeit der Marienburger Festspiele, die in den Jahren von 1928 bis 1937 stattfanden. Hans-Jürgen von Wilckens hat ein Tagebuch verfaßt, aus dem Christoph Nehring einen Auszug über die letzten Tage vor und die ersten Tage nach Beginn des Zweiten Weltkrieges bereitgestellt hat.

Abschließend schildert Friedrich Johannes Jabs seine Erlebnisse „Als deutsches Kind und Jugendlicher in Polen“ und die seiner Familie bis 1958 in Westpreußen. Die Gedichte von Heidi Gerngreif-Rahr, Gisela Brauer und Johannes Trojan bereichern den Band mit seinen unterschiedlichen und vielfältigen, aber sehr eindrucksvollen Beiträgen.

Westpreußen-Jahrbuch. Aus dem Land an der unteren Weichsel. Bd. 58/2008. Hg. Hans-Jürgen Kämpfert u. a. im Auftrag der Landsmannschaft Westpreußen. Westpreußen-Verlag, Münster 2007, 189 S., 9 Farbtafeln, 15 Euro. Zu beziehen durch die Landsmannschaft Westpreußen, Mühlendamm 1, 48167 Münster-Wolbeck, Tel. 02506/305750, Landsmannschaft-Westpreussen@t-online.de

(KK)

«

»