Stiftung deutscher Kultur im Östlichen Europa - OKR
Kulturportal Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen

Ausgaben: Ausgabe 1399.

O kommet doch all

Die Kultureinrichtungen ostdeutscher Observanz bieten Besinnliches, vor allem jedoch Besinnung

Oberschlesisches Landesmuseum Ratingen
Bis zum 28. Februar 2019 ist im OSLM Ratingen eine Werkschau zum 100. Geburtstag von Jutta Osten unter dem Motto „Umbra demonstrat lucem“ (Erst der Schatten zeigt das Licht) zu sehen. Aus Anlass des 100. Geburtstages der 1918 im oberschlesischen Gleiwitz geborenen und 2009 in Köln verstorbenen Künstlerin sind Skulpturen, Kleinplastiken, Reliefs und Grafiken ausgestellt, die im Spannungsverhältnis von Licht und Schatten stehen.

Ebenfalls bis zum 28. Februar 2019 ist im OSLM Ratingen die Ausstellung „Pfefferkuchen. Eine Reise der Sinne, vom Ursprung bis zum Genuss“ zu besichtigen. Die Ausstellung von Haus Schlesien bietet Einblicke in die 700jährige Tradition des Pfefferküchler-Handwerks.

Bis zum 19. Mai ist die Ausstellung „Schaukelpferd und Zinnsoldaten. Kindheit und Jugend in Schlesien“ zu sehen. Öffentliche Sonntagsführungen finden am 20. Januar und am 17. Februar jeweils um 15 Uhr statt.

Spannende Museumslandschaft –eine Orientierung
Der neu aufgelegte Museumsführer „Schlesische Museen in Deutschland, Polen und Tschechien“ ist seit kurzem im Oberschlesischen Landesmuseum Ratingen zu erwerben. In der Publikation sind die Museen den Rubriken „Kultur und Geschichte“, „Religion“, „Naturkunde“, „Industrie“ und „Sonstige“ zugeordnet. Auch Bibliotheken und Staatsarchive wurden berücksichtigt. Der 74 Seiten starke Band mit zahlreichen farbigen Abbildungen wurde von Dr. Stephan Kaiser, dem Leiter des Oberschlesischen Landesmuseums, für den Kulturverein für Schlesien und Mähren e. V. herausgegeben.

Ostpreußisches Landesmuseum Lüneburg
Neben den „Bildern aus dem Baltikum“ von Johannes Niemeyer (siehe Seite 30) wird am 25. Januar 2019 in Lüneburg die Kabinettausstellung „Als Kostbarkeiten empfunden – Aquarelle von Heinrich Bromm“ eröffnet. Der Königsberger Maler Heinrich Bromm (geboren 1910 in Mühlhausen/ Ostpreußen, gefallen 1941 bei Obidowitschi am Dnjepr) wuchs in Königsberg auf, studierte an der dortigen Kunstakademie von 1929 bis 1932 und von 1936 bis 1938 bei Fritz Burmann sowie als Meisterschüler bei Eduard Bischoff.

„Vergessen Sie uns nicht“: Julie Wolfthorn, Bildnis mit blauem Hut Bild: Westpreußisches Landesmuseum

Westpreußisches Landesmuseum Warendorf
Anlässlich des 75. Todestages der Malerin Julie Wolfthorn aus Thorn (gestorben 1944 in Theresienstadt) ist im Westpreußischen Landesmuseum Warendorf die Ausstellung mit Porträts, Landschaften, Stillleben, grafischen Arbeiten und biografischen Dokumenten unter dem Titel „Vergessen Sie uns nicht“ zu sehen. Am zweiten und vierten Sonntag des Monats werden jeweils um 15 Uhr öffentliche Führungen angeboten. Dr. Daniela Uher vom Germanischen Nationalmuseum Nürnberg hält am 31. Januar den Vortrag „Künstler in Theresienstadt 1941–1944“. Am 20. Februar findet ein Zeitzeugengespräch statt, in dem die aus Warendorf stammende Zeitzeugin Liesel Binzer – eine Überlebende des Ghettos Theresienstadt – über ihre Erinnerungen berichtet.

Haus Schlesien Königswinter
Bis zum 28. April 2019 ist im Haus Schlesien von Königswinter eine Ausstellung zu den Folgen des Ersten Weltkrieges für Schlesien unter dem Titel „Zwischen Revolution und Ruhrbesetzung“ zu sehen (siehe Seite 14). Am 24. Januar 2019, 14.30 Uhr, lädt Haus Schlesien zu einer öffentlichen Führung unter dem Motto „Friedensvertrag oder Friedensdiktat?“ ein. Die Führung behandelt den Friedensvertrag von Versailles und seine Folgen für die junge Republik.

Auch im Zirkus steckt der Ernst des Lebens: Alexander Camaro, Zirkusdirektor
Bild: Schlesisches Museum

Schlesisches Museum zu Görlitz
„Friedenssehnsucht. Bildbotschaften der Künstler aus der Zeit des Ersten Weltkriegs“ lautet der Titel des Vortrages, den Dr. Johanna Brade am 9. Januar 2019 im SMG hält. Am 10. Januar bietet Andrzej Paczos einen kulturgeschichtlichen Vortrag über die Vergangenheit der ehemals größten Kurorte der Westsudeten von Bad Flinsberg (Swieradów-Zdrój) und Bad Warmbrunn (Cieplice Slaskie-Zdrój). Am 20. Januar laden die Görlitzer Museen – in Anlehnung an den polnischen Brauch, den Tag der Oma und des Opas zu begehen – zum „Großeltern-Enkel-Tag“. Am 23. Januar berichten Ivo Łaborewicz, Leiter der Filiale Hirschberg des Staatsarchivs Breslau (Wrocław), und Janusz Skowronski, Direktor des Gerhart-Hauptmann-Hauses in Agnetendorf (Jagniatków), im Vortrag „Der Große Krieg im Schatten des Riesengebirges“ über deutsches und polnisches materielles Erbe in Hirschberg (Jelenia Góra) und Umgebung, die Orte des Gedenkens an den Ersten Weltkrieg im Hirschberger Tal.
Bis zum 10. März 2019 sind im SMG zwei Sonderausstellungen zu sehen, die Kunst und Kunsthandwerk aus Schlesien präsentieren: „Alexander Camaro und Breslau – Eine Hommage“ und „Silber von Lemor in Breslau 1818–1945“.

Gerhart-Hauptmann-Haus
Düsseldorf
Das Düsseldorfer Gerhart-Hauptmann-Haus zeigt am 16. Januar den tschechischen Dokumentarfilm „Hranice práce / The Limits of Work” (Regie: Apolena Rychlíková). Am 24. Januar wird in Kooperation mit der Deutschen Gesellschaft für Osteuropakunde der Vortrag von Dr. Miroslav Kunstat mit dem Titel „1918 – 1938 – 1968 in der tschechoslowakischen Geschichte“ geboten. Am 29. Januar spricht Michael Serrer, Leiter des Literaturbüros NRW, über „Max Brod – Ein Leben für Kafka?“. Die Veranstaltung findet statt im Rahmen der Ausstellung „Wenn ihr wollt, ist es kein Märchen – Lebenswege jüdischer Palästina-Auswanderer aus dem östlichen Europa“, die bis zum 28. Februar im Gerhart-Hauptmann-Haus gezeigt wird. Am 7. Februar liest der Autor und Journalist Harald Gersterkamp aus seinem Buch „Humboldtstraße Zwei. Das Schicksal einer deutschen Familie zwischen 1934 und 2014“.

Dieter Göllner (KK)

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