Stiftung deutscher Kultur im Östlichen Europa - OKR
Kulturportal Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen

Ausgaben: Ausgabe 1344.

Pack die Badehose ein

Lang vor dem Berliner Schlager lockten schon die Ostseebäder, zeigt eine Ausstellung im Schloss Caputh

Pack-die-BadehoseDas Baden im Meer war schon lange bekannt, bevor um 1800 die Badeanstalten entlang der Ostseeküste entstanden, die erste von ihnen 1793 in Heiligendamm. Weitere folgten u. a. in Travemünde (1800/02), Kolberg/Kołobrzeg (1802), Cranz/Selenogradsk (1816), Putbus (1816) und Zoppot/Sopot (1821), aber auch im Baltikum, das bis zum Ersten Weltkrieg dem Russischen Reich angehörte.

Zunächst war die Hoffnung auf Heilung verschiedener Krankheiten Anlass zu einem Badeaufenthalt am Meer. Bald kam der Aspekt der allgemeinen Erholung hinzu. Im Laufe des 19. Jahrhunderts entwickelte sich allmählich ein organisierter Badebetrieb in bedeutendem Umfang und es entstand eine spezifische Badekultur. Gleichzeitig entdeckte man den landschaftlichen Reiz der Küstenregion. Das einfache Leben und die scheinbar unberührte Natur zogen die Städter, vor allem aus den Metropolen, an. Der Ausbau des Eisenbahnnetzes begünstigte die Entwicklung. Neben beschaulichen kleinen Seebädern entstanden auch solche mit mondänen Kurhäusern und Hotels sowie aufwendigen Anlagen für Freizeitvergnügen.

Bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts zeigten sich die Anfänge des Massentourismus, der sich in den folgenden Jahrzehnten zum Teil mit ideologischen Zügen – während des Dritten Reichs und zur Zeit des Sozialismus – immer stärker ausprägte.

Im Fokus dieser Ausstellung stehen die drei Ostseebäder Zoppot/Sopot, Cranz/Selenogradsk und Rigaer Strand/Jurmala, deren Entwicklung von ihren Anfängen als Seebäder bis in die Gegenwart dargestellt wird. Alle drei liegen nicht weit von großen Städten entfernt (Danzig/Gdansk, Königsberg/Kaliningrad und Riga), sind – wenn auch unterschiedlich – bis weit ins 20. Jahrhundert geprägt durch deutsche Geschichte und Kultur und haben die beiden Weltkriege, wechselnde staatliche Zugehörigkeit sowie die sozialistische Zeit erlebt. Die genaue Betrachtung dieser Ostseebäder erlaubt nicht nur eine Beschreibung ihrer jeweiligen Charakteristika und den Vergleich zwischen ihnen, sondern dient auch als Ausgangspunkt für die Darstellung der Entwicklung einer Seebäderkultur im überregionalen Maßstab.

Die vom Herder-Institut Marburg/Lahn in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Kulturforum östliches Europa und dem Lehrstuhl für Geschichte Osteuropas an der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder) konzipierte und erstellte Fotoausstellung wird in Kooperation mit der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg im Schloss Caputh gezeigt.

Im Rahmen der Ausstellung werden drei Vorträge im Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte, Potsdam, angeboten. Das Begleitprogramm ist eine gemeinsame Veranstaltung des Deutschen Kulturforums östliches Europa und des Hauses der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte.

(KK)

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