Stiftung deutscher Kultur im Östlichen Europa - OKR
Kulturportal Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen

Ausgaben: Ausgabe 1318.

Pommerland als weites Feld im Wortsinn

Seminar der Europäischen Akademie Külz/Kulice zur Landwirtschaft

Pommern war die größte Agrarprovinz in Preußen. Ein Großteil der Bevölkerung in Pommern arbeitete bis 1945 in der Landwirtschaft und wohnte in Dörfern. Für Generationen war das Dorf Mittelpunkt ihres Lebens mit einer seit Jahrhunderten durch die Landwirtschaft geprägten Arbeitswelt sowie einer überschaubaren sozialen Hierarchie. Dörfer sind in den vergangenen Jahrhunderten von politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen sowie von technischen Neuerungen nicht unberührt geblieben. Zudem hat die politische Neuordnung im Osten Europas infolge des Zweiten Weltkrieges tiefe Spuren hinterlassen.

In einem deutsch-polnischen Seminar sollen Dorfstrukturen und Lebensräume der
dörflichen Bevölkerung seit der Regierungszeit Friedrichs II. bis zur Gegenwart in ihrer Abhängigkeit von den jeweiligen politischen und sozialen Verhältnissen untersucht werden. Daneben werden die Auswirkungen der Technisierung in der Landwirtschaft thematisiert. Außerdem wird über Bestrebungen in Polen berichtet, Dörfer zu erhalten und ihnen eine neue Dorfkultur zuzuweisen. Auf Exkursionen können sich die Seminarteilnehmer von dem gegenwärtigen Strukturwandel der pommerschen Dörfer vor Ort überzeugen.

Das Seminar findet in Zusammenarbeit mit dem Verein zur Förderung der deutsch-polnischen Zusammenarbeit e.V. und mit Unterstützung des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien statt. Es ist den Veranstaltern gelungen, namhafte deutsche und polnische Wissenschaftler zu verpflichten. Unter anderem wird Professor Dr. Rudolf von Thadden, Göttingen, in einem Beitrag über den „Einfluß der Modernisierung landwirtschaftlicher Technik und der Bewirtschaftungsmethoden auf die soziale Struktur der Landbevölkerung am Beispiel des hinterpommerschen Gutsdorfes Trieglaff“ referieren.

Exkursionen sind vorgesehen nach Trieglaff, Juchow (heute ein biologisch-dynamischer Agrarbetrieb), Groß Born (ehemaliger Truppenübungsplatz,
der jetzt auf Tourismus setzt), Heinrichsdorf, Janikow (Landarbeiterhäuser und Speicher, erbaut nach Entwürfen von Walter Gropius) und Regenwalde (u. a. Besichtigung des Denkmals für den Agrarwissenschaftler Philipp Carl Sprengel).
Informationen bei der Europäischen Akademie Külz-Kulice, Telefon 0048 / 91 39 13383 oder Elsbeth Vahlefeld, E-Mail: elwava@t-online.de sowie unter: www.hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/termine/id=18502.

(KK)

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