Stiftung deutscher Kultur im Östlichen Europa - OKR
Kulturportal Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen

Ausgaben: Ausgabe 1244.

Preußisch und romantisch

Haus Schlesien gedenkt des schlesischen Romantikers Joseph von Eichendorff mit einer Ausstellung und einem reichhaltigen Programm

„Wem Gott will rechte Gunst erweisen, den schickt er in die weite Welt …“ Eine Liedzeile, geschrieben in der Romantik, dem „Taugenichts“ in den Mund gelegt, der zur Wanderschaft aufbricht. Noch heute, über 180 Jahre nach Veröffentlichung des Textes, schweifen bei diesen Worten die Gedanken in die Ferne, wird Abenteuerlust und Aufbruchstimmung spürbar. Den Erfahrungshorizont durch Reisen zu erweitern, wie auch damals die Romantiker es wollten, ist ein Wunsch, der heute noch Bestand hat.

Joseph Freiherr von Eichendorff (1788–1857) gehört zu den bekanntesten deutschen Dichtern, seine Werke sind in nahezu alle Sprachen der Welt übersetzt worden. Seine Erzählung „Aus dem Leben eines Taugenichts“  wird auch in chinesischer oder japanischer Sprache, gar in Esperanto gelesen. Viele seiner Lieder und Gedichte wie beispielsweise das „Lied“ „In einem kühlen Grunde“ oder „Mondnacht“ („Es war, als hätt der Himmel / die Erde still geküßt“) sind auch heute noch weithin bekannt.

Am 26. November 2007 jährt sich zum 150. Mal der Todestag des berühmten Vertreters der Spätromantik. Für Haus Schlesien ein Anlaß, Leben und Werk des in Lubowitz geborenen und in Neisse begrabenen Schlesiers bis zum 2. Dezember mit einer umfangreichen Sonderausstellung sowie einem vielseitigen Begleitprogramm Menschen aller Alterstufen näherzubringen.

Eichendorffs Kindheitsjahre auf Schloß Lubowitz in Schlesien, seine Schulzeit in Breslau, die Studienzeit mit dem Bruder in Halle, Heidelberg und Wien werden dem Besucher anschaulich gemacht. Seine weiteren Lebensstationen als Teilnehmer an den Befreiungskriegen gegen Napoleon, seine Berufstätigkeit im Preußischen Staatswesen in Danzig, Königsberg und Berlin und das damit verbundene Spannungsgefüge zu seiner literarischen Tätigkeit werden ebenso beleuchtet wie sein Verhältnis zu berühmten Zeitgenossen wie z.B. Friedrich Schlegel oder Heinrich von Kleist.

Im Mittelpunkt der Ausstellung steht das Lyrik- und Prosawerk, das dem Besucher nicht nur in den Leitmotiven der Romantik wie Natur, Sehnsucht und Wanderschaft, sondern auch durch historische und aktuelle Illustrationen und Hörbeispiele präsentiert wird.

Die Bedeutung Eichendorffs in den beiden vergangenen Jahrhunderten wird anhand seiner Rezeption, zahlreicher Neuauflagen und der Vielzahl der Eichendorff-Schulen sowie Denkmäler deutlich. Seine Aktualität zeigt sich in der Fülle von Veröffentlichungen, Konzert- und Vortragsveranstaltungen in diesem Jubiläumsjahr.

Integriert in die Ausstellung ist ein Projekt, mit dem Schülerinnen und Schüler des Ölberggymnasiums Oberpleis in vier Stationen den Dichter und seine Zeit darstellen. Dabei darf ein technischer Zugang über PC-Präsentation, Hörstation und interaktive Spiele nicht fehlen.

Die Zeit der Romantik sowie Leben und Werk des Dichters werden auf diese Weise auch aus der Sicht der Jugend verständlich gemacht. Informationen zu den Begleitveranstaltungen unter Telefon 02244/8860.

(KK)

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