Stiftung deutscher Kultur im Östlichen Europa - OKR
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Ausgaben: Ausgabe 1240.

Preußische Schönheit – er hat sie gebaut

Friedhelm Grundmann schreibt und spricht über Carl Gotthard Langhans

Vor 275 Jahren erblickte Carl Gotthard Langhans in Landeshut am Fuß des Riesengebirges das Licht der Welt. In Schweidnitz ging der Lehrerssohn zur Schule. Seine Kindheit überschatteten die Schlesischen Kriege.

Nach dem Studium in Halle begann in Breslau seine Karriere als Architekt des schlesischen Adels. Das Stadtpalais des Fürsten von Hatzfeld in Breslau und das Schloß Dyhernfurth für den Grafen von Hoym machten ihn über die Grenzen Schlesiens hinaus bekannt. Das Palais Wallenberg-Pachaly am Breslauer Roßmarkt blieb erhalten und dient heute der Universität als Bibliothek. Sein ovaler Festsaal wurde Vorbild für den Langhanssaal im Berliner Schloß Bellevue, dem heutigen Amtssitz des Bundespräsidenten. Für Prinz Heinrich von Preußen gestaltete er eine Suite im Schloß Rheinsberg.

Nach dem Tod Friedrichs des Großen berief König Friedrich Wilhelm II. Langhans nach Berlin und ernannte ihn zum Direktor des Oberhofbauamtes, dem obersten königlichen Baubeamten in Preußen. Seine noch erhaltenen Bauten in Berlin, die Mohrenkolonnaden, das Anatomische Theater der Tierarzneischule, das Charlottenburger Schloßtheater und vor allem das Brandenburger Tor, zeigen den künstlerischen Wandel vom Rokoko zum Klassizismus. Der König übertrug ihm auch die Gestaltung seiner Residenz, des Marmorpalais und aller Bauten im „Neuen Garten“ in Potsdam.

Doch auch in Schlesien blieb Langhans weiter tätig. Seine klassizistischen Kirchen stellen Höhepunkte des evangelischen Kirchenbaus dar. Alle seine Werke überragt jedoch im Nachruhm das Brandenburger Tor. Es wurde zum Symbol für die wechselvolle Geschichte Preußens und Deutschlands und machte seinen Baumeister unsterblich.

Professor Friedhelm Grundmann, geboren 1925 in Bad Warmbrunn im Riesengebirge, wuchs in Breslau auf und studierte in München. Seit 1952 arbeitet er als Architekt und Architekturhistoriker in Hamburg. Im Rahmen seiner Forschungen über Baumeister und Bauwerke des Klassizismus erschien zu den Langhans-Jubiläumsjahren 2007 und 2008 im Bergstadtverlag W. G. Korn die Publikation Carl Gotthard Langhans (1732–1808), Lebensbild und Architekturführer.

Am Freitag, dem 29. Juni, am Vorabend des Deutschlandtreffens der Schlesier, 19.30 Uhr, hält er auf Einladung der Stiftung Schlesien einen Lichtbildervortrag zu diesem Thema im Sparkassenforum Hannover.

(KK)

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