Stiftung deutscher Kultur im Östlichen Europa - OKR
Kulturportal Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen

Ausgaben: Ausgabe 1326.

Schule macht Deutsch nur in der Schule

IV. Kulturfestival der deutschen Minderheit in Polen

Tausende Mitglieder trafen sich zusammen mit ihren polnischen und deutschen Gästen beim IV. Kulturfestival der deutschen Minderheit in Polen, das in der Jahrhunderthalle in Breslau stattfand.

Im Rahmen der Veranstaltung organisierte man ein umfangreiches Rahmenprogramm, unter anderem mit Auftritten verschiedener Kulturgruppen. Während des Festivals wurde die polnische Regierung von Wlodzimierz Karpinski, dem Staatssekretär im polnischen Ministerium für Administration und Digitalisierung, und die deutsche Seite von Christoph Bergner, dem  Parlamentarischen Staatssekretär beim Bundesminister des Inneren, repräsentiert, der den Bundesminister Hans-Peter Friedrich vertrat. Anwesend waren auch die Abgeordneten Ryszard Galla und Henryk Siedlaczek sowie der deutsche Botschafter Rüdiger Freiherr von Fritsch.

„Wir wollen vor allem die Vielfalt der Kulturgruppen, die bei den Begegnungsstätten der deutschen Gesellschaften in Polen tätig sind, zeigen“, sagte Bernard Gaida, der Vorsitzende des Verbandes deutscher Gesellschaften. Zum gemeinsamen Festival trafen sich in Breslau Deutsche aus allen Teilen des Landes, neben Schlesien waren auch Ermland, Masuren, Pommern und Großpolen vertreten.

In seiner Ansprache erwähnte Gaida, daß auch die Bildung eine große Rolle spielt. Die Vertreter der Deutschen in Polen meinen, daß gerade sie das wertvollste Werkzeug zum Erhalt der Identität ist. Experten befürchten, daß eine Sprache, die über zwei Generationen nicht schulisch gepflegt wird, ausstirbt. Während des kommunistischen Regimes in Polen herrschte in Oberschlesien ein Verbot, die deutsche Sprache zu unterrichten, das bei den heutigen Mitgliedern der deutschen Minderheit in vielen Fällen zu schwachen Deutschkenntnissen und Identitätsproblemen geführt hat. Die Lösung dieses Problems kann ein System des Schulwesens für die deutsche Minderheit wie in Dänemark oder Ungarn sein, auch in Form von zweisprachigen Schulen oder Schulen mit Deutsch als Unterrichtssprache.

Wir sind alle auf dem Weg in die Zukunft, so Gaida weiter. Diesen Weg geht Polen seit einigen Jahren gemeinsam mit weiteren 27 Ländern. Es bildet sich eine neue, europäische Identität, die mit dem Slogan „Heimat Europa“ definiert werden kann. Deswegen könne man sich keine solche Veranstaltung ohne die „Ode an die  Freude“ von Friedrich Schiller vorstellen, die alle Europäer singen. Zudem aber gehören zu diesem Treffen auch die Nationalhymnen von Deutschland und Polen.

Das Kulturzentrum Ostpreußen in Ellingen beteiligte sich mit der Ausstellung „Ermland – ein Vogelparadies“ des polnischen Fotografen und Buchautors Andrzej Waszczuk an dem Kulturfestival. Der Fotograf hat seine spektakulären Natur- und Tieraufnahmen, hauptsächlich von Wasservögeln, in den ermländischen Sumpfgebieten bei Queetz (Kwiecewo) gemacht und diese Bilder bereits in Ellingen gezeigt. Der Stand des Ellinger Kulturzentrums war ein beliebter Anlaufpunkt. So besichtigten unter anderem Rüdiger Freiherr von Fritsch, der deutsche Botschafter in Polen, Krystyna Plocharska, die Vorsitzende der Allensteiner Gesellschaft Deutscher Minderheit, sowie Renata Barczewska, die Geschäftsführerin der Gesellschaft, den Ausstellungsstand.

(KK)

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