Stiftung deutscher Kultur im Östlichen Europa - OKR
Kulturportal Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen

Ausgaben: Ausgabe 1370.

„Stadt ohne Gleichen“

Ellinger Wanderausstellung zu Tilsit

„Königin Luise von Preußen hat ihr zu europaweitem Ruhm verholfen; in besseren Zeiten nannte man sie die ‚Stadt ohne Gleichen‘, auf Anhieb wird sie mit einer berühmten Käsesorte in Verbindung gebracht: Tilsit heißt heute Sowjetsk.“ Diese Fakten nannte „Die Zeit“ im Februar 1999.

Vor kurzem wurde die Ausstellung „Tilsit – die Stadt ohne Gleichen“ in Anwesenheit des Generalkonsuls der Bundesrepublik Deutschland, Michael Banzhaf, des Sprechers der Landsmannschaft Ostpreußen, Stefan Grigat, und des Direktors des Kulturzentrums Ostpreußen in Ellingen, Wolfgang Freyberg, im Königsberger Staatlichen Archiv eröffnet. Sie wird seit dem 22. Juli 2016 im Stadtmuseum Tilsit/Sowjetsk gezeigt.

Auf 28 Tafeln werden in deutscher und russischer Sprache eine Fülle von Informationen, Bildern, Karten und Archivalien vermittelt. Für alle, die keine Gelegenheit haben, die Ausstellung persönlich in Augenschein zu nehmen, wurde ein Katalog herausgegeben, der den Inhalt der Ausstellungstafeln in vollem Umfang wiedergibt. Auf 30 Seiten im A-4-Format wird die Geschichte der Stadt von ihren Anfängen im 13. Jahrhundert bis zur Gegenwart erläutert.

Die Ordensburg Tilse, von der heute nur noch ein Stück der nördlichen Außenmauer seite-17-kk1370vorhanden ist, war bereits 1402 Sitz eines Ordenspflegers des Deutschen Ordens. Die 82 Hufen große Stadt, die im 15. Jahrhundert ein bedeutendes regionales Handelszentrum war, bekam 1514 eine Schankerlaubnis und wurde am 2. November 1552 von Herzog Albrecht von Brandenburg-Ansbach mit dem Stadtprivileg versehen. Ihre Entwicklung im 17. und 18. Jahrhundert, der Einfall der Schweden und die schrecklichen Pestjahre 1708 bis 1710 finden ebenso Erwähnung wie die Kämpfe im Preußisch-Französischen Krieg 1806/07 unter Napoleon I. Die unerhörten Bitten von Königin Luise an Napoleon um erträgliche Friedensbedingungen, der folgende Friedensschluss von Tilsit, bei dem Preußen mehr als die Hälfte seines Gebietes verlor, und die folgende Weiterentwicklung der Stadt, die 1818 wieder Kreisstadt wurde, nehmen breiten Raum ein.

Tilsit wird als Handelszentrum, Verkehrsknotenpunkt, Industriestandort und Garnisonsstadt für Kavallerie, Infanterie und Dragoner vorgestellt. Erwähnung finden die Tilsiter Schulen, die Glaubensgemeinschaften und Gotteshäuser, die Königin-Luise-Brücke und die Tilsiter Denkmäler. Detailliert wird dazu die Zeit vor dem und des Ersten Weltkriegs sowie die Zwischenkriegszeit beschrieben; die Broschüre endet mit einem Abriss über die Situation im heutigen Sowjetsk.

Das Kulturzentrum Ostpreußen in Ellingen hat diese Broschüre unter der Redaktion von Wolfgang Freyberg herausgegeben. Die Texte stammen von Dr. Wiesław Roman Gogan, für die Übersetzung war Svetlana Cekina verantwortlich, grafisch wurde das Werk von Bernhard Denga gestaltet.

Das 30-seitige, mit vielen historischen Abbildungen, Karten und Fotos sowie mit russischen und deutschen Texten versehene Heft kann für 4 Euro zuzüglich Porto und Verpackung bezogen werden beim Kulturzentrum Ostpreußen, Schlossstraße 9, 91792 Ellingen, Telefon 09141-86440 oder info@kulturzentrum-ostpreussen.de.

Manfred E. Fritsche (KK)

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