Stiftung deutscher Kultur im Östlichen Europa - OKR
Kulturportal Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen

Ausgaben: Ausgabe 1339.

Tanzen als und zur Verständigung

Deutschbaltisch-Estnische Kulturtage Domus Revaliensis

Tanzen-als-undEnde August 2013 versammelten sich etwa 100 Personen im wunderschönen Spiegelsaal des ehemaligen Hauses von Ungern- Sternberg auf dem Revaler Domberg, jetzt Akademie der Wissenschaften Tallinn, zur Festveranstaltung der 9. Deutschbaltisch- Estnischen Kulturtage 2013.

Da die Domus-Revaliensis-Tage ein Programmpunkt des Baltischen Studenten- Seminars waren, das in diesem Jahr in Estland stattfand, nahmen 20 Studenten (Esten, Letten, Russen und Deutsche) und ihr Leiter teil. Babette von Sass begrüßte alle Anwesenden. Sie dankte der Vertreterin des Kultusministers, Anne-Ly Reima, dem Präsidenten der Minderheiten Estlands, Timus Seifullen, und dem Vertreter der Deutschen Botschaft in Estland, Frank Maier, für ihr Kommen.

Alle drei äußerten sich positiv über die jährlich stattfindenden Kulturtage und öffneten in ihren Ansprachen historische Fenster auf das Zusammenleben von Deutschbalten und Esten. Timus Seifullen überreichte einen großen Karton mit Ansteckblumen in Blau und Weiß für jeden Teilnehmer der Kulturtage. Ein besonderer Dank für die große Hilfe bei den Vorbereitungen ging an Erika Weber, die Vorsitzende der Deutschen Minderheit in Estland, und an Maaja Silm vom Reisebüro Estravel Reval.

Beide Vorträge über die Hanse waren ausgezeichnet und ergänzten sich hervorragend. Dr. Inna Pöltsam-Jürjo (Reval/ Tallinn) sprach über die Hanse und die Kultur in Livland, Christian Peplow M. A. (Greifswald) hielt einen Rückblick auf 500 Jahre Hansegeschichte zwischen Brügge und Nowgorod. Im Anschluss traf sich die Gesellschaft zum Empfang in einem Nebenraum. Dort begegnete man Bekannten, vertiefte das Gehörte oder lernte neue Menschen kennen.

Am Samstag fand eine Kranzniederlegung am Denkmal des Baltenregiments statt. Estnische Veteranen in alten Uniformen und mit der damaligen Fahne ehrten die Toten. Pastor Burghardt sprach über das Geschehen von 1918/20 und hielt anschließend eine kurze Andacht, die mit dem von allen gesungenen baltischen Lied „Segne und behüte“ endete. Danach besuchten alle Anwesenden das baltische Konzert im Spiegelsaal. Alo Poldmäe präsentierte fabelhafte estnische Musiker, die estnische und deutschbaltische Kompositionen vorstellten, dazu Erklärungen über jeden Komponisten und sein musikalisches Leben. Ein wunderbares Konzert von höchstem Niveau, sogar die Studenten waren begeistert.

Der Nachmittag wurde der Besichtigung des neuen Schifffahrts-Museums gewidmet, ein riesiges Museum, das unzählige Objekte bestens präsentiert. Zwei Führer (estnisch, deutsch) erklärten die Besonderheiten. Das Museum erhielt bereits verschieden europäische Preise. Eine sehenswerte Einrichtung, in der auch Eigenbeteiligung erlaubt und erwünscht ist.

Der Gesellschaftsabend in historischen Räumen, im Haus der Lehrer am Rathausplatz, vereinte estnische, deutsche, russische Gäste und die Studenten. Das Fest verlief sehr harmonisch. Es begann mit dem Tourenwalzer, der alle Teilnehmer durcheinander wirbelte. Danach labte man sich am baltischen Buffet. Es wurde viel getanzt und viel miteinander gesprochen. Die Studenten führten ihre auf dem Seminar eingeübten Tänze vor und begeisterten damit die Anwesenden. Viele Gäste versuchten ebenfalls mitzuhalten, was zur fröhlichen Stimmung des Abends beitrug.

Am Sonntag hielt Pastor Burghardt die Andacht in der Olaikirche, ein besonderes Erlebnis für alle. Der Sonntagnachmittag gehörte dem einzigen wissenschaftlichen Zoo Estlands in Reval/Tallinn. Der Direktor selbst, Mati Kaal, führte uns und konnte viel über die Artenvielfalt der Tiere berichten. Der Zoo befindet sich auf einem sehr großen Gelände am Rande Revals, auf dem viele alte Bäume stehen. Er ist sorgfältig gepflegt und mit vielen seltenen Blumen und Pflanzen bestückt. Einige Tiere leben etwas beengt, doch hofft Mati Kaal, dass bald Abhilfe geschaffen werden kann. Jedem Revalreisenden ist ein Besuch in diesem Zoo zu empfehlen.

Diese 9. Domus-Revaliensis-Tage 2013 bedeuteten ein großes Erlebnis für jeden Teilnehmer – abwechslungsreich und anspruchsvoll. Im nächsten Jahr feiern wir die 10. Domus-Revaliensis-Tage, zu denen wir schon jetzt herzlich einladen.

Wir danken dem Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien ganz besonders für die jährliche Unterstützung.

(KK)

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