Stiftung deutscher Kultur im Östlichen Europa - OKR
Kulturportal Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen

Ausgaben: Ausgabe 1311.

Transparenz und Konkurrenz

Transparenz und Konkurrenz

Das Rheinbacher Glasmuseum macht zum 6. Mal mit dem Internationalen Glaskunstpreis von sich reden

Daß in Rheinbach am Himmeroder Hof ein Glasmuseum zu besichtigen ist, das einen Überblick über die Kunst der böhmischen Glasherstellung und -veredlung bietet, ist längst bekannt. Doch in diesem Sommer macht das Eifelstädtchen weit über die Grenzen hinweg auch wegen des Internationalen Glaskunstpreises 2011 von sich reden. Eine Ausstellung mit den 34 Glasobjekten, die angehende Kunsthandwerker aus europäischen Glasfachschulen für den Wettbewerb eingesandt haben, ist im Rheinbacher Glaspavillon „Hans-Schmitz-Haus“ bis zum 18. September 2011 zu besichtigen. Da das Ganzglasgebäude aus selbsttragenden Glaswänden besteht, sind keine Öffnungszeiten zu berücksichtigen, die Arbeiten sind rund um die Uhr zu sehen.

Der zum 6. Mal ausgerufene Internationale Glaskunstpreis der Stadt Rheinbach versteht sich als Nachwuchsförderpreis, der den Schülern im 2-Jahres-Rhythmus die Möglichkeit gibt, grenzüberschreitend in einen imaginären Dialog zu treten. Die Schirmherrschaft über das Projekt hat Androulla Vassiliou, EU-Kommissarin für Bildung, Kultur, Mehrsprachigkeit und Jugend, übernommen – was die europäische Dimension des Wettbewerbs eindrucksvoll unterstreicht. Am diesjährigen Wettbewerb beteiligten sich neben dem Staatlichen Berufskolleg Rheinbach, der Erwin-Stein-Schule – Staatliche Glasfachschule Hadamar und der Glasfachschule Zwiesel auch die Glasfachschule Kramsach/Österreich, die Glaskunstfachschule Kamenicky Senov, Tschechien, das Tavastia Vocational College, Nuutajärvi, und Ikata/Kihniön Opetuspiste, Kihniö, Finnland, die Zespol Skola Plastycznych, Dabrowa Górnicza, Polen, sowie CERFAV, Vannes-le-Châtel/ Frankreich.

Die Fachjury hat bereits im Juli die Gewinner bekannt gegeben und sich auch für eine Belobigung ausgesprochen. Das Publikum hat allerdings noch bis zum 1. September 2011 Gelegenheit, sein Votum per Stimmkarte oder über das Internet für den „Alexandra-Bruns“-Preis abzugeben. Am 17. September findet die feierliche Preisverleihung durch die Schirmherrin Androulla Vassiliou statt.

Die eingereichten Wettbewerbsarbeiten zeigen ein durchweg hohes Maß an handwerklicher und technischer Qualität. Die Fachjury hat insbesondere den souveränen Einsatz unterschiedlicher Verarbeitungstechniken, die Kombination der Materialien Glas, Metall, Stein und Holz sowie spannungsvolle Themen bewertet.

Paulina Rutkowska vom Kunstlyzeum Dabrowa Górnicza (Polen) hat für ihr Arrangement „Sammler“ den 1. Preis erhalten. Archaisch anmutende Tiere sind in einem grob gezimmerten Kasten in Kombination mit dem gegossenen Glas dargestellt. Die Skulptur „Geteilte Verantwortung“ von Tii Heilomo vom Ikaalinen College of Glass and Design, Kihnio (Finnland), wurde mit dem 2. Preis bedacht. Bei der Gestaltung des Modells mit seinen Unter- und Überschneidungen der Figuren ist große Kunstfertigkeit erkennbar. Madeleine Krüger von der Glasfachschule Zwiesel (Deutschland) wiederum hat mit der Komposition „Vier Kelche“ den 3. Platz belegt. Die anspruchsvolle handwerkliche Ausführung und die sichere Kombination der verschiedenen Bearbeitungstechniken haben überzeugt.

Susanna Hohlstein vom Staatlichen Berufskolleg Rheinbach erhielt für das Objekt „rebirth“ (Wiedergeburt) eine Belobigung. Der experimentelle Umgang mit Glas und die Demonstration seiner vielfältigen Eigenschaften haben gepunktet.

Dieter Göllner (KK)

«

»