Stiftung deutscher Kultur im Östlichen Europa - OKR
Kulturportal Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen

Ausgaben: Ausgabe 1331.

Unermüdlicher Ermöglicher

Der Bonner Westpreuße Hans-Günther Parplies wird 80

UnermüdlicherUm die Verdienste von Hans-Günther Parplies, der am 26. April in Bonn seinen 80. Geburtstag feiert, auch nur annähernd zu würdigen, müsste man einen längeren Aufsatz schreiben. Nach zwölf Jahren, bis 1979, als Referent für Staats- und Völkerrecht und später als Leiter des Kulturreferats beim Bund der Vertriebenen kam er zum Ostdeutschen Kulturrat in der Bonner Kaiserstraße, wo damals Götz Fehr Präsident war und seit 1982 Herbert Hupka. In den drei Jahrzehnten, bis er 1998 in den Ruhestand ging, ist der im westpreußischen Marienburg geborene Jubilar auf politischem und kulturpolitischem Gebiet unermüdlich für das 1945 untergegangene Ostdeutschland tätig gewesen.

Nach der Flucht vor der Roten Armee im Januar 1945 mit der Mutter und drei jüngeren Brüdern, der Vater stand an der Front, legte er 1952 im niedersächsischen Soltau das Abitur ab und verdingte sich dann als Hilfsarbeiter auf dem Bau und in der Ziegelei, um sein Studium der Rechtswissenschaft in Köln, Tübingen und Göttingen finanzieren zu können, das er 1959 mit einem Prädikatsexamen abschloss. Für drei Jahre übernahm er dann die Geschäftsführung der Gemeinnützigen Gesellschaft Albertinum in Göttingen, woraus ein ostpreußisches akademisches Zentrum mit Studentenwohnheim entstehen sollte. Durch diese 1958 „von ehemaligen Professoren und Mitarbeitern der Albertus-Universität zu Königsberg“ gegründete Gesellschaft wurde 1964 das Studentenwohnheim „Collegium Albertinum“ errichtet, das noch heute existiert.

Im Oktober 1962, in dem Jahr also, in welchem er Brigitte Kummer aus Rastenburg in Ostpreußen heiratete, trat Hans-Günther Parplies in Nordrhein-Westfalen den Vorbereitungsdienst für die zweite juristische Staatsprüfung an, die er 1967 in Düsseldorf ablegte. Innerhalb dieser fünf Jahre besuchte er aber 1965/67 auch noch die Deutsche Hochschule für Verwaltungswissenschaften in Speyer am Rhein.

In der ostdeutschen Kulturarbeit hat er sowohl im Bund der Vertriebenen, als Reinhold Rehs und dann Herbert Czaja dort Präsidenten waren, als auch im Ostdeutschen Kulturrat eine Menge bewegt, wozu vornehmlich Buchpublikationen wie die zwölf Bände der Studienbuchreihe „Vertreibungsgebiete und vertriebene Deutsche“ zu rechnen sind, die von Wilfried Schlau betreut wurde und zwischen 1992 und 2005 im Münchner Verlag Langen Müller erschien.

Die Krönung seiner ehrenamtlichen Tätigkeit als Vorsitzender (seit 1988) des Bundes der Vertriebenen in Nordrhein-Westfalen bestand in der Einladung von 300 ehrenamtlichen Mitarbeitern am 27. November 2012 durch das Präsidium des Landtages in Düsseldorf, was auch durch die tatkräftige Hilfe Rüdiger Goldmanns ermöglicht wurde. Rund ein Drittel der Parlamentarier waren auf diesem Empfang vertreten, der mit der Eröffnung der Ausstellung „Im Dienste der Menschheit. Bedeutende Persönlichkeiten aus dem historischen deutschen Osten“ er Stiftung Deutsche Kultur im östlichen Europa – OKR, vormals Ostdeutscher Kulturrat, in der  Wandelhalle des Parlaments verbunden war.

Jörg Bernhard Bilke (KK)

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