Stiftung deutscher Kultur im Östlichen Europa - OKR
Kulturportal Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen

Ausgaben: Ausgabe 1236.

Verständigung, das „sanfte Gesetz“ der Gegenwart

Ihm folgt der Adalbert Stifter Verein seit 60 Jahren

Als einen „festen Grund, auf den die deutsch-tschechische Zusammenarbeit bauen kann“, schätzte einst Václav Havel, tschechischer Ex-Staatspräsident und zeitgenössischer Schriftsteller von Rang, die Arbeit des Adalbert Stifter Vereins ein.

Dieser  wurde 1947 ins Leben gerufen. Wissenschaftler, Autoren und Künstler standen an seiner Wiege, Intellektuelle und Kreative also aus Böhmen, Mähren und Schlesien. Im Rahmen des deutsch-tschechischen Dialogs und Kulturaustauschs nutzt der Verein die deutsche Kulturtradition der böhmischen Länder.

Derzeit wird der in München (Hochstraße 8, www.asv-muen.de) ansässige Verein von Professor Ernst Erich Metzner geleitet. Geschäftsführer ist Peter Becher. Mitarbeiter sind Jozo Dzambo, Anna Knechtel und Wolfgang Schwarz als Kulturreferent für die Böhmischen Länder, ferner Karin Biermann und Jitka Scholz.

Neue Publikationen des Adalbert Stifter Vereins sind der aktuelle Band 10/2006 der „Stifter Jahrbücher, Neue Folge“ mit Beiträgen anläßlich des Stifter-Jubiläumsjahres 2005, darunter ein Rückblick auf das 50jährige Bestehen der Ostdeutschen Galerie Regensburg sowie „Zeugen der Geschichte. Gräber und Friedhöfe der ehemaligen deutschen Bevölkerung in der Tschechischen Republik und Möglichkeiten ihrer Bewahrung“, herausgegeben von Anna Knechtel. Alle lieferbaren Veröffentlichungen des Vereins können im Internet nachgelesen werden.

Das diesjährige Sommerprogramm ist aus gutem Grund besonders attraktiv. An ihm beteiligt sich wesentlich auch der Kulturreferent für die Böhmischen Länder. Er richtete im März die Lesung der 1929 in Auspitz/Hustopece geborenen und vor allem durch ihren Roman „Ahnenpyramide“ (1980)
bekannt gewordenen Schriftstellerin Ilse Tielsch („Das letzte Jahr“) aus, lädt zur Präsentation des die sudetendeutsche Vertreibung nach dem Zweiten Weltkrieg  behandelnden Dokumentarfilms „Babicka heißt Oma“ von Martin Janousek ein (19. April, 19 Uhr) und beteiligt sich an der Ausstellung „Adalbert Stifter in Übersetzungen“ (28. April bis 8. Juni, Alfred Kubin Galerie), die Kurator Ivan Slavik am 27. April um 18 Uhr eröffnen wird. Auch das für das Wochenende 16./17. Juni 2007 anberaumte Böhmerwaldseminar in Winterberg/Vimperk trägt Kulturreferent Schwarz mit und ist Mitveranstalter der Studienreise nach Südmähren (8. bis 17. Juli), deren Stationen u. a. Teltsch, Eisgrub, Znaim und Nikolsburg sind.

Der Verein feiert sein 60jähriges Bestehen im großen Rahmen vom 2. bis zum 4. Mai mit einem internationalen Kolloquium über die deutsch-tschechischen Kulturkontakte zwischen Kaltem Krieg und Europäischer Integration im Adalbert Stifter Saal des Sudetendeutschen Hauses in München. Vom 9. bis zum 13. September wird dann voraussichtlich noch in die Heimat des großen böhmischen Dichters gereist.

Hans Gärtner (KK)

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